Heiningshof

Sonntag, 24. Juni 2018 - 18:00


Heiningshof − Schlossstraße 115 − 33824 Werther


Hinweis


Anders als geplant findet diese Veranstaltung auf dem Heinigshof und nicht in der Orangerie Rheda statt.




Es lesen und konzertieren





Lesung


Thomas Hettche Pfaueninsel

 




Konzert


Sivan Magen (Harfe)

Paul Ben-Haim Poème

Gilad Cohen Doaa and Masa

Claude Debussy Deux pièces de Estampes:

   La soirée dans Grenade

   Jardins sous la pluie

Marcel Grandjany Rhapsody




Pause





Neu gelesen


Johanna Gastdorf

Georg Büchner Lenz




Konzert


Sivan Magen (Harfe)

Béla Bartók Romanian Folk Dances

Frédéric Chopin Mazurka op. 33 Nr. 4 in b-Moll

Frédéric Chopin Mazurka op. 17 Nr. 2 in e-Moll

Frédéric Chopin Mazurka op. 17 Nr. 4 in a-Moll

Frédéric Chopin ‹Minute Waltz› op. 64 Nr. 1 in es-Moll

Enrique Granados Spanish Dances:

   Nr. 2 Oriental

   Nr. 5 Andaluza

Manuel de Falla Spanish Dance Nr. 1, aus ‹La Vida Breve›

 

 




Denn der Schöpfer hat es gemacht und seine Phantasie war grenzenlos


Schon um das Jahr 1700 diente ein Fachwerkhaus im Park von Schloss Rheda, das eine exotische Pflanzensammlung beherbergte, als Orangerie. 1873 wurde auf dessen Fundament ein größerer, spätklassizistischer Orangerie-Bau errichtet, in dem im Sommer auch Konzerte für die fürstliche Familie stattfanden. Zu dem Ensemble gehörten ferner Treibhäuser und Garten, die der Anzucht von heimischem Obst und Gemüse dienten. Auch im Palmenhaus der bei Potsdam gelegenen ‹Pfaueninsel›, die dem Roman von Thomas Hettche seinen Namen gab, wuchsen im 18. Jahrhundert die exotischsten Früchte. Neben all den Gewächsen, dem Pflanzen und Züchten steht aber insbesondere das Geschwisterpaar Christian und Marie im Mittelpunkt, die bei dem königlichen Hofgärtner Ferdinand Fintelmann auf der Pfaueninsel leben und nicht so gewachsen sind wie sie ‹es sollten›, wie es der Norm entspricht. Sie sind kleinwüchsig. Wie reagiert die Welt auf einen körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen? Das ist eine der Fragen, die Hettches Roman und Georg Büchners berühmte Erzählung ‹Lenz› verbindet. Büchner erzählt vom Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz, der in einem kleinen Bergdorf den Pfarrer Johann Friedrich Oberlin aufsucht, um vergebens Hilfe für seinen sich stetig verschlechternden Geisteszustand zu suchen. In ‹Lenz› und ‹Pfaueninsel› betrachtet man die Welt durch die Augen von Versehrten und erhalt so einen neuen, distanzierten Blick auf deren Zeitgenossen. Die Schauspielerin Johanna Gastdorf liest aus Büchners Werk.

Der israelische Harfenist Sivan Magen, dessen ‹virtuoses Spiel und erstaunliche Bandbreite an Farbe und Dynamik› der Daily Telegraph lobt, spürt in seinem Programm den Einflüssen der Heimatmusik nach. Die auf ‹Volksmusik› basierende Klassische Musik erlebte durch das Erstarken des Nationalstaates Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts einen Höhepunkt. So sammelte der Komponist Bela Bartók traditionelle Musik aus ungarischen und rumänischen Dörfern und Paul Ben-Haim, der ‹Vater der israelischen klassischen Musik›, kombinierte europäische Stilmittel mit traditionellen sephardischen Melodien. Gilad Cohen, ein zeitgenössischer israelischer Komponist, setzt sich in seinem Werk ‹Doaa and Masa› mit dem Schicksal syrischer Flüchtlinge auseinander und betrachtet ‹Heimat› darin aus ungewohnter Perspektive. Sivan Magen gibt zudem einen Meisterkurs an der Hochschule für Musik in Detmold. 

 

Pause ca. 19.30 Uhr | Ende ca. 22.00 Uhr

50 | 40 | 27 | Studentenkarte 15 €