Forum Jacob Pins

Donnerstag, 30. Mai 2019 - 11:30


Forum Jacob Pins − Westerbachstraße 35 − 37671 Höxter


Es lesen und konzertieren





Lesung


Doron Rabinovici

Natan Sznaider

Herzl relo@ded – kein Märchen




Konzert


Sasha Lurje (Gesang), David Hagen (Bass), Alaa Zouiten (Oud)

Begegnungen, pegischot, talaqi

Eigenkompositionen und traditionelle Stücke aus Klezmer, Jazz und Arabischer Musik




Pause





Lesung


Alina Levshin

Sayed Kashua Tanzende Araber




Konzert


Sasha Lurje (Gesang), David Hagen (Bass), Alaa Zouiten (Oud)

Begegnungen, pegischot, talaqi

Eigenkompositionen und traditionelle Stücke aus Klezmer, Jazz und Arabischer Musik




Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen


Das Forum Jacob Pins im historischen Adelshof Heisterman von Ziehlberg ist Ausstellungsort und Stätte der Erinnerung an den 1917 in Höxter geborenen, jüdischen Maler Jacob Pins. Nachdem er sich ‹in Stettin noch eineinhalb Jahre körperlich und fachlich› auf das dortige Leben vorbereitet hatte, emigrierte er 1936 aufgrund der nationalsozialistischen Judenverfolgung nach Palästina und wurde dort 1948 Zeuge der israelischen Staatsgründung. Die Proklamation des Staates Israel wäre ohne die Vorarbeit Theodor Herzls kaum möglich gewesen. Mit seinen Schriften und Artikeln wandelte der Journalist und Begründer des politischen Zionismus die Vorstellung eines jüdischen Nationalstaats in Palästina von einer luftigen Idee in eine ernstzunehmende, politische Herausforderung. In ihrer Fiktion ‹Herzl relo@ded – Kein Märchen› erhalten Doron Rabinovici, in Tel Aviv geborener und in Wien lebender Autor und Historiker, und Natan Sznaider, in Deutschland geboren und in Tel Aviv Soziologie lehrend, E-Mails von niemand Geringerem als jenem Theodor Herzl. Sie treten in einen Trialog über Judentum, israelische Gegenwart und jüdische Diaspora und erörtern, was aus Herzls Vision geworden ist. Die israelische Unabhängigkeitserklärung war für das jüdische Volk die Erfüllung eines Traums und eine Katastrophe – Nakba – für die dort lebende, arabische Bevölkerung. Sayed Kashua, israelischer Schriftsteller palästinensischer Herkunft, schildert in ‹Tanzende Araber› einen unauflösbaren Konflikt der Identitätsfindung. Aufgewachsen mit der Legende seines 1948 ums Leben gekommenen Großvaters findet sein Erzähler weder in der palästinensischen noch in der israelischen Welt eine innere Heimat. Die Schauspielerin Alina Levshin liest aus dem mutigen und hellsichtigen Buch, dessen sanfte Selbstironie überrascht.

Wie es klingt, wenn Klezmer, Jazz und Arabische Musik aufeinandertreffen, ist im Konzertprogramm ‹Begegnungen, pegischot, talaqi› zu hören. Jiddische Lieder und Klezmer – performt von der aus Riga stammenden Sängerin Sasha Lurje – werden mit jazzigen Bassklängen von David Hagen und Melodien aus dem Mahgreb in der Interpretation des marokkanischen Oudspielers Alaa Zouiten arrangiert. Im virtuosen Zusammenspiel entstehen außergewöhnliche Klangbilder aus Eigenkompositionen und traditionellen Stücken – Begegnungen, in denen Altes auflebt und Neues entsteht.

 

Die Ausstellung ‹Jacob Pins: Stadt –Land–Wüste› kann im Rahmen der Veranstaltung besichtigt werden.

 

Pause ca. 13.00 Uhr | Ende ca. 15.15 Uhr

55 | Studentenkarte 15 €