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Gut Holzhausen

Freitag, 26. Juli 2019 - 18:00


Gut Holzhausen − Gutshof 1 − 33039 Nieheim


Es lesen und konzertieren





Lesung und Konzert


Ulrich Noethen

Hans von Trotha

Jean Paul Biographische Belustigungen unter der Gehirnschale einer Riesin

Laurence Sterne Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman

Laurence Sterne Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien

Laurence Sterne Journal to Eliza

Boulanger Trio

Robert Schumann Fantasiestücke op. 88

Ludwig van Beethoven Klaviertrio op. 70/1

Georg Friedrich Händel Lascia ch’io pianga aus Rinaldo

Wolfgang Rihm Fremde Szene III




Pause





Lesung und Konzert


Ulrich Noethen

Hans von Trotha

Laurence Sterne Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman

Boulanger Trio

Arvo Pärt Mozart-Adagio

Franz Schubert Adagio Es-Dur D 897 ‹Notturno›

Felix Mendelssohn Bartholdy Klaviertrio Nr. 2 c-Moll




A sentimental Journey


Eine kommentierte Reise unter die Hirnschale der Empfindsamkeit
Gut Holzhausen ist seit bald zwei Jahrzehnten ein Stammort von ‹Wege durch das Land›. So ist es uns eine besondere Freude, dass der ‹Schauspieler in Residence› Ulrich Noethen hier drei verschiedene Programme zeigen wird. Den Beginn macht ein Abend, der sich um den irisch-englischen Autor Laurence Sterne drehen wird, und den Hans von Trotha zusammengestellt hat und moderieren wird. Sterne, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts den modernen Roman erfunden hat, gilt als einer der kühnsten Experimentatoren der Literaturgeschichte, was vor allem an seinen Büchern ‹Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman› und ‹Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien› liegt. Aus beiden wird Noethen auf Gut Holzhausen lesen.

Der Abend setzt zunächst aber mit ‹Biografische Belustigungen unter der Gehirnschale einer Riesin› von Jean Paul ein, einem Dichter, der zwischen Klassik und Romantik steht und der Robert Schumann zu seinen ‹Fantasiestücken op. 88› inspiriert hat.

In der National Portrait Gallery hängt ein Bild von Sterne gegenüber einem von Georg Friedrich Händel. Sie repräsentieren das England jener Jahrzehnte – der eine literarisch, der andere musikalisch – und wenn sie zusammenkommen, entsteht das London jener Zeit, sinnlich für alle erlebbar, noch einmal. Sinnlichkeit ist ein wichtiges Stichwort. Sterne versucht, uns über seine Texte vielerlei Emotionen zu vermitteln, sie für uns erlebbar zu machen – so wie es Musik tut. Die Musik dieses Abends ist ein Echo auf diese Texte, etwa wenn die Musikerinnen des Boulanger Trios auf die eindringlichen, nie abgesandten Liebesbriefe an Eliza mit Wolfgang Rihm, ‹Fremde Szene III›, antworten. Oder wenn anlässlich der Erfahrung des Todes, für die Sterne in seinem Buch radikal moderne Mittel findet, Musik von Mozart, aber auch von Arvo Pärt erklingt. Wenn Sterne, statt es einfach zu erzählen, von seinen Lesenden wissen will, wie wohl die Schönste aller Frauen aussehen mag, ertönt Franz Schuberts ‹Adagio Es-Dur D 897, Notturno›. Und Felix Mendelssohn Bartholdy, von dem sein ‹Trio c-Moll op. 66›, 4. Satz zu hören sein wird, begleitet uns in unserer Fantasie musikalisch ebenso nach England wie der Komponist Michael Nyman, der verschiedene Stücke in Anlehnung an Sterne komponiert hat. Der Echoraum der Musik ist weit bei diesem ungewöhnlichen Autor, der die Sprache und die literarischen Mittel stets erweitern wollte, – und so, wie der Text auf jeder Seite für eine Überraschung gut sein kann, so gibt es auch eine angemessene musikalische Replik.

 

Pause ca. 19.30 Uhr | Ende ca. 22.00 Uhr

55 | 40 | 22 | Studentenkarte 15 €

Abo (26.–28.07.) 140 | 100 | 55 | Studentenabo 40 €