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Gut Holzhausen

Samstag, 27. Juli 2019 - 19:00


Gut Holzhausen − Gutshof 1 − 33039 Nieheim


Es lesen und konzertieren





Poetisch-Musikalische Erzählung


Ulrich Noethen

GrauSchumacher Piano Duo

Versuch zu Jean paul nach dessen Roman Flegeljahre 

 

Komposition: Stefan Litwin

Textfassung: Holger Schröder




Versuch zu Jean Paul


Monodrama für einen Sprecher und zwei Pianisten
Jean Paul, der eigentlich Johann Paul Friedrich Richter hieß und seinen Künstlernamen aus Verehrung zu Jean-Jacques Rousseau gewählt hat, war Anfang des 19. Jahrhunderts eine Dichterberühmtheit, die mehr Leserinnen und Leser als Johann Wolfgang von Goethe hatte. Sein gefühlvoller, geheimnisvoller Schreibstil war zeitweise so beliebt, dass es vor allem bei wohlhabenden Damen modern war, den Dichter um eine Haarlocke zu bitten und diese dann als Statussymbol der Gebildeten um den Hals zu tragen. Paul gilt heute als Autor zwischen Klassik und Romantik. Sein Werk ist aber keines des Übergangs, sondern steht einzigartig in der Literaturgeschichte. Die Widersprüchlichkeit irdischer Existenz spiegelt er literarisch in dem Versuch, das Unvereinbare zu vereinbaren. Seine Texte mäandern zwischen Erhabenheit und derbem Witz und zeichnen sich aus durch die Verbindung von satirischer Überspitzung und Empfindsamkeit.

Schon öfter haben Ulrich Noethen und das GrauSchumacher Piano Duo zusammengearbeitet. Für ‹Wege durch das Land› betreten sie aber Neuland: Keinen klassischen Rezitationsabend mit musikalischer Begleitung haben sie entwickelt, sondern eine ‹poetisch-musikalische Erzählung›, eine Art Monodrama. Faszinierend ist für sie, wie Jean Paul Logik und Rationalität mit dem Irrealen verwischt und durch den ständigen Wechsel zwischen Fiktion und persönlicher Biografie, Traum und Vernunft zu einer eigenen Wirklichkeit verdichtet. Die von Stefan Litwin eigens für dieses Projekt komponierte Musik ist ein Äquivalent für das Verwischen und Überschreiten, das Jean Paul in der Literatur anwendet. Der Dramaturg Holger Schröder hat eine Fassung erarbeitet, in der Text und Musik sich ergänzen, sich überlagern, sich abwechseln und sich vielfach spiegeln: im Doppelgängermotiv, Schatten, Krebsgang und Ähnlichem. Beides wird aber auch konterkarierend gegenübergestellt. Man befindet sich im Aufbruch, das Ende ist noch ungewiss. Zu spüren ist jedoch schon jetzt, dass sich zu der fast grenzenlosen Fantasie Jean Pauls – man könnte sie eine literarische Vielstimmigkeit nennen – die Musik als ein zusätzlicher, nach allen Richtungen ähnlich offener Raum gesellt, in dem das GrauSchumacher Piano Duo ebenfalls in allerlei Rollen schlüpft.

 

ohne Pause | Ende ca. 20.45 Uhr

45 | 35 | 18 | Studentenkarte 15 €

Abo (26.–28.07.) 140 | 100 | 55 | Studentenabo 40 €