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Gut Holzhausen

Sonntag, 28. Juli 2019 - 18:00


Gut Holzhausen − Gutshof 1 − 33039 Nieheim


Es lesen und konzertieren





Konzertlesung


‹Aufbruch in die Sowjetunion›

Eva Mattes 

Ulrich Noethen

Texte von Rosa Luxemburg, Leo Trotzki, Alexander Blok, Wladimir Majakowski, Kasimir Malewitsch, Andrej Sinjawski, Ernst Toller, Lion Feuchtwanger, Franz Jung, Klaus Mann, Arthur Koestler u. a.

Catherine Vickers (Piano)

Dmitri Schostakowitsch 24 Präludien op. 34

Dmitri Schostakowitsch Klaviersonate Nr. 1 op. 12




Pause





Musikalische Lesung


‹Aufbruch in die Weimarer Republik›

Eva Mattes

Ulrich Noethen

Texte von Gustav Landauer, Georg Kaiser, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Harry Graf Kessler, Klabund, Walter Mehring, Kurt Tucholsky, Ernst Toller u. a.

Sir Henry (Piano)

Songs von Hanns Eisler, Friedrich Hollaender, Mischa Spoliansky u. a.




Der neue Mensch


Der revolutionäre Aufbruch nach dem ersten Weltkrieg in der Sowjetunion und der Weimarer Republik

Der Traum vom Neuen Menschen ist uralt. Die Hoffnung auf das Kommen eines Erlösers der Welt gehört seit Menschengedenken zum Heilsversprechen der Religionen. Und seit der Französischen Revolution scheint diese Idee vom Neuen Menschen, der in die Geschichte eintreten wird, als säkularisierter Glaube wieder auf. Auch für die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts war dieser Gedanke bestimmend, wobei er in geradezu messianischer Dimension als Glaube an die heilsbringende Macht der Revolution, an die heilsgeschichtliche Bedeutung des Proletariats, der Nation, des Volkes oder der ‹Rasse› auftrat. Mit der russischen Oktoberrevolution von 1917 war dieser Glaube vom Neuen Menschen in greifbare Nähe gerückt. Die utopischen Entwürfe waren keine Gedankenexperimente mehr, sondern Programm für die Wirklichkeit. Das Spektrum der Akteure reichte von den Bolschewiki um Lenin und Trotzki bis zur Avantgarde der Kunstschaffenden mit ihrem Anspruch, die Kunst ins Leben und das Leben in die Kunst zu überführen. Intellektuelle und Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa kamen in die Sowjetunion, um den Aufbau der neuen Gesellschaft zu besichtigen. Ihre Reiseberichte beschreiben das neue Russland als Utopie, die es auch im Westen zu realisieren gilt. Ulrich Noethen liest zusammen mit Eva Mattes Texte von Leo Trotzki, Wladimir Majakowski und anderen sowjetischen Autoren dieser Zeit, die von Gerhard Ahrens zusammengestellt wurden. Catherine Vickers wird die 24 Preludien und die 1. Klaviersonate von Dmitri Schostakowitsch spielen. Gerade diese Sonate, die er mit 20 Jahren schrieb, ist ein Dokument für seine Auseinandersetzung mit der Avantgarde. Im zweiten Teil des Abends geht es um den deutschen Aufbruch. Auch hier waren die Novemberrevolution 1918 und die darauffolgende Zeit durch eine Vielzahl von Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen des Neuen Menschen geprägt. In unterschiedlichen Figurationen und Zeitdiagnosen wurde sie in Politik, Kunst und Wissenschaft thematisiert, prophezeit und beschworen. Nach dem Scheitern der deutschen Revolution kommt es, wie zur Überblendung der Gewalt der bürgerkriegsähnlichen Zustände, zum radikalen Ausbau der Unterhaltungsindustrie. In einer musikalischen Lesung hören wir von Gerhard Ahrens zusammengestellte Texte von Rosa Luxemburg, Georg Kaiser, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Walter Mehring, Kurt Tucholsky und vielen anderen. Der Pianist Sir Henry spielt Songs von zeitgenössischen Komponisten wie Hanns Eisler, Friedrich Hollaender und Mischa Spoliansky. 

 

Regie und Textauswahl: Gerhard Ahrens

Im Anschluss an die Veranstaltung findet die Abschlussfeier von ‹Wege durch das Land› statt.

 

Pause ca. 19.30 Uhr | Ende ca. 22.00 Uhr

55 | 40 | 22 | Studentenkarte 15 €

Abo (26.-28.07.) 140 | 100 | 55 | Studentenabo 40 €




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