Abbas Khider

1973 in Bagdad geboren wurde Abbas Khider auf Grund seiner politischen Aktivitäten mit 19 Jahren durch das Saddam-Regime verhaftet. Nach seiner Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und lebt seit 2000 in Deutschland. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in München und Potsdam und veröffentlichte Gedichte aus Arabisch und Deutsch. 2008 erschien sein Debütroman ‹Der falsche Inder›, es folgten die Romane ‹Die Orangen des Präsidenten› (2011), ‹Brief in die Auberginenrepublik› (2013) und im vergangen Jahr ‹Ohrfeige›. Sein Werk setzt sich mit dem wechselwirkenden Verhältnis von Heimat und Aufbruch, mit Flucht, Widerstand und Fremde auseinander. 2013 hatte er eine Poetik-Dozentur an der Universität Koblenz-Landau inne,  2016 war er Heinrich-Heine-Gastdozent an der Universität Lüneburg. Für sein Schaffen wurde Abbas Khider vielfach ausgezeichnet, u. a. mit zahlreichen Stipendien, dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis (2010), dem Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil (2013), dem Nelly-Sachs-Preis (2013), dem Spycher-Literaturpreis (2016) und in diesem Jahr mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis für sein bisheriges Gesamtwerk. Von der Jury wird er als ‹sprachsensibler Beobachter der Verzweiflung, Verstörtheit, Wut und Hoffnung junger Männer, die ihre Heimat verlassen müssen und Zuflucht in Europa suchen› beschrieben, in der Begründung heißt es weiter, dass er mit genuin literarischen Mitteln eines der wichtigsten und bedrückendsten Probleme unserer Gegenwart gestalte. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin.

Veranstaltungen

Ziegeleimuseum Lage − 28. Mai 2017

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