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Stift Fischbeck

Samstag, 15. Juni 2019 - 18:00


Stift Fischbeck − Im Stift 5 − 31840 Hessisch Oldendorf


Es lesen und konzertieren





Lesung


Marica Bodrožić

Ein Aufbruch ist ein Umbruch im Geist




Konzert


Kammerchor der HfM Detmold

Anne Kohler

Johann Sebastian Bach Lobet den Herrn, alle Heiden BWV 230
Albert Becker Du Hirte Israels, höre op. 89/2
Johann Hermann Schein Die mit Tränen säen aus
‹Israelsbrünnlein›, Psalm 126
Edward Elgar O Wild West Wind
Edward Elgar The Prince of Sleep




Pause





Lesung und Konzert


Maren Kroymann

Sonja Beißwenger

Walter Kreye

Werke von Else Lasker-Schüler, Frank Wedekind,
Rainer Maria Rilke, Georg Takl, Gottfried Benn,
Lou Andreas-Salomé, Julius Hart, Arno Holz, Rudolf Steiner,
Emil Geyer, Thessa v. R. und Frieda Freiin von Bülow

Kammerchor der HfM Detmold

Anne Kohler

Johannes Brahms Waldesnacht op. 62/3
Beat Furrer Enigma III
Arnold Schönberg Friede auf Erden op. 13
Paul Hindemith Six Chansons
Hanns Eisler Vorspruch op. 13
Aaron Jay Kernis I Cannot Dance, O Lord




Ich will in das Grenzenlose zu mir zurück


Else Lasker-Schüler und der Aufbruch in der Literatur um 1900
Im Jahr 1904 besuchte der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. das Stift Fischbeck, dessen Restauration er teilweise aus seinem Privatvermögen finanziert hatte. Bis heute ziert ein Reichsadler zu seinen Ehren die Holzdecke der Stiftskirche. Ausgehend von diesem Besuch beschäftigt sich ‹Wege durch das Land› mit der Jahrhundertwende und ihren künstlerischen Aufbrüchen. In der Dichtung stehen die Zeichen auf Erneuerung: Literarische Manifeste erscheinen zuhauf und spiegeln die Vorstellungen von der ‹Poesie des neuen Menschen›. Im Zentrum steht die Suche nach der ‹Dichtung der Vollendung›, die die neue Welt in sich trägt, wie es in einem literarischen Manifest des Dichters Julius Hart zu lesen ist. Besonders brodeln diese Bestrebungen in Berlin. Dort leben Künstler und Literaten wie die Brüder Heinrich und Julius Hart, Gottfried Benn, Rudolf Steiner, Gerhart Hauptmann – und Else Lasker-Schüler, die als Teil der Berliner Bohème in den literarischen Zirkeln Berlins als erste Frau ihre Gedichte vorträgt. Die deutsch-jüdische Dichterin wird schnell berühmt mit ihrer Lyrik, die schon um die Jahrhundertwende Elemente des Expressionismus vorwegnimmt. Musikalisch gesehen zeichnet sich die Jahrhundertwende durch diverse nebeneinander existierende Strömungen aus. Ähnlich wie in der Malerei, wo sich das Figürliche auflöst und abstrakte Strukturen formbildend werden, stellen Komponisten in der Musik die Tonalität in Frage. So stellt Schönbergs Opus 13, ‹Friede auf Erden›, noch die letzte Komposition seiner tonalen Phase dar, die den Aufbruch in die Atonalität vorbereitet, während in der Textvorlage von Conrad Ferdinand Meyer das für den modernen Menschen brüchig gewordene Ideal göttlichen und weltlichen Friedens zur schmerzhaft unrealistischen Vision verkümmert. Hanns Eisler wiederum bricht mit der Tradition, indem er das typisch romantische Chorlied des 19. Jahrhunderts ironisch karikiert und die Nöte der neu entstandenen Arbeiterklasse drastisch formuliert. In einer musikalischen Lesung stellen Maren Kroymann, Sonja Beißwenger und Walter Kreye und der vielfach ausgezeichnete Kammerchor der Hochschule für Musik Detmold, unter der Leitung von Anne Kohler, diese künstlerischen Aufbrüche der Jahrhundertwende vor. Eine Autorin, die in unserer Zeit für Aufbruchsstimmung einsteht, ist Marica Bodrožić. Erst mit zehn Jahren zog sie von
Kroatien nach Deutschland und entwickelte ihre ‹zweite Muttersprache› später zu ihrer Literatursprache. Für ‹Wege durch das Land› und NDR Kultur schreibt sie eine Auftragsarbeit mit dem Titel ‹Ein Aufbruch ist ein Umbruch im Geist›.

 

Regie und Fassung: Anna Hartwich
Der zweite Teil der Veranstaltung wird am 29.09.2019 um 20.05 Uhr in der Reihe ‹Sonntagsstudio› auf NDR Kultur übertragen.

 

Pause ca. 19.30 Uhr | Ende ca. 22.00 Uhr

55 | 40 | 22 | Studentenkarte 15 | Hörplatz 10 €




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