Dogan Akhanli

Als linker Polit-Aktivist wird der türkischstämmige Schriftsteller Doğan Akhanlı 1985 verhaftet und wegen Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation verurteilt und gefoltert. 1991 wird er als politischer Flüchtling in Deutschland anerkannt und lebt seitdem in Köln. Hier entstand 1998/99 in türkischer Sprache die Trilogie ‹Kayip Denizler› (‹Die verschwundenen Meere›), deren deutsche Übersetzung 2007 in Österreich erschien. 2005 folgte ‹Der letzte Traum der Madonna› und 2009 der autobiografisch geprägte Roman ‹Tage ohne Vater›. Akhanlıs erster deutschsprachiger Roman ‹Die Richter des Jüngsten Gerichts› über den Völkermord der Türken an den Armeniern erschien 2007 und war nicht zuletzt Motivation für Fatih Akins Film ‹The Cut›. Akhanlıs erstes Theaterstück ‹Annes Schweigen› wurde 2012 im Theater unterm Dach in Berlin und im Januar 2013 im Theater im Bauturm in Köln uraufgeführt. Über Akhanlıs zuletzt erschienenes Buch ‹Verhaftung in Granada› (2018) urteilte der WDR: ‹Das Buch […] ist eine berührende, sehr persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema, das uns alle angeht.› Schwerpunkt seiner Arbeit und seines zivilgesellschaftlichen Engagements sind das Gedenken an die Genozide des 20. Jahrhunderts, darunter an die Opfer des Völkermordes an den Armeniern, und der interkulturelle, auf Versöhnung ausgerichtete Dialog. Seine Projekte wurden u.a. von der Bundesstiftung ‹Erinnerung, Verantwortung und Zukunft› gefördert und im Jahr 2009 vom ‹Bündnis für Demokratie und Toleranz› ausgezeichnet. 2013 erhielt er den ‹Pfarrer-Georg-Fritze-Preis› für sein Lebenswerk und sein Eintreten für die Menschenrechte in der Türkei, insbesondere für die Anerkennung der Rechte von Kurden und Armeniern in Köln.

Veranstaltungen

Reitz Ventilatoren − 12. Mai 2018