ZUSATZ: Meyerhof zu Eissen

Samstag, 21. Juli 2018 - 18:00


Meyerhof zu Eissen − Sattelmeyerweg 1 − 33609 Bielefeld


Es lesen und konzertieren





Lesung


Gila LustigerErschütterung




Konzert


Hélène Clément (Viola)

Sam Armstrong (Klavier)

Johannes Brahms Sonate für Viola und Klavier op. 120 Nr. 1

Olivier Messiaen Themen und Variationen für Violine und Klavier (bearbeitet für Viola)




Pause





Neu gelesen


Martin Feifel

Georg Weerth Ein Sonntagabend auf dem Meere und weitere Texte




Konzert


Hélène Clément (Viola)

Sam Armstrong (Klavier)

Benjamin Britten Lachrymae

Claude Debussy Suite Bergamasque III: Clair de Lune

Claude Debussy Rêverie

Robert Schumann Märchenbilder




Erschütterung


Der Meyerhof zu Eissen in Bielefeld wird 974 erstmals urkundlich erwähnt. Er war einer der sogenannten Sattelmeyerhöfe, die der Legende nach zu Zeiten Wittekinds in der Umgebung von Enger lagen und dem Sachsenfursten ein gesatteltes Pferd zur Verfügung stellten. Bis zur Säkularisation war der Hof ein Lehn des Stiftes Schildesche und dazu verpflichtet, den Zehnten des Ertrags an das Stift abzutreten. 1810 hat die Familie Meyer zu Eissen den Betrieb erworben und bewirtschaftet ihn noch heute.

Der 1822 in Detmold geborene Autor und Revolutionär Georg Weerth ist mit der Region rings um die Sattelmeyerhöfe eng verbunden. Weerth, über den Friedrich Engels schrieb, er sei der ‹erste und bedeutendste Dichter des deutschen Proletariats›, schloss sich früh der kommunistischen Bewegung an und wurde wichtigster Mitarbeiter in der von Karl Marx geleiteten ‹Neuen Rheinischen Zeitung›. Sein Weltbild spiegelt sich auch in seinem schriftstellerischen Werk wider, das bissig, hellsichtig und satirisch gleichermaßen ist. Der Schauspieler Martin Feifel, der am Schauspielhaus Bochum engagiert war, u. a. mit Margarethe von Trotta, Oskar Roehler und Helmut Dietl gedreht hat und 2010 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, liest aus ausgewählten Werken Weerths.

Die seit dreißig Jahren in Paris lebende deutsche Autorin Gila Lustiger hat 2015 mit ‹Die Schuld der Anderen› einen der erfolgreichsten Romane des Jahres geschrieben. Ihr Essay ‹Erschütterung› setzt sich mit den Gründen und Folgen des Terroranschlags in Paris am 13. November 2015 auseinander. Ihrer tief empfundenen Erschütterung angesichts der Toten und des Hasses vor ihrer Haustür versucht Lustiger freiheitliche Werte und Vernunft gegenüberzustellen und ruft zum Widerstand gegen die Gleichgültigkeit auf. Die Französin Hélène Clément ist eine der talentiertesten Bratschistinnen ihrer Generation und hat weltweit mit dem Doric String Quartet konzertiert. Sie tritt gemeinsam mit dem englischen Pianisten Sam Armstrong auf, über den die Financial Times schreibt, er sei ‹brillant und wunderbar›. Mit Werken von Johannes Brahms, Robert Schumann, Claude Debussy, Benjamin Britten, Igor Strawinsky und Olivier Messiaen spannt das Duo einen Bogen vom Deutschland des 19. bis ins Frankreich des 21. Jahrhunderts. 

 

Pause ca. 19.30 Uhr | Ende ca. 22.00 Uhr

50 | 40 | Studentenkarte 15 €