Gut Holzhausen

Sonntag, 29. Juli 2018 - 18:00


Gut Holzhausen − Gutshof 1 − 33039 Nieheim


Es lesen und konzertieren





Rede an die Musik


Jochen Distelmeyer




Neu gelesen


Nina Petri

Wilhelm Heinrich Wackenroder Das merkwürdige musikalische Leben des Tonkünstlers Joseph Berglinger




Pause





Konzert


BAND'UNIÒN (Quartett)

Daniele di Bonaventura (Bandoneon), Marcello Peghin (Zehnsaitige Gitarre), Felice del Gaudio (Kontrabass), Alfredo Laviano (Perkussion)

Carlos Puebla Hasta siempre

Sergio Ortega El pueblo unido jamás será vencido

Bella ciao (Urheber unbekannt)

Aníbal Sampayo Hasta la victoria

Víctor Jara Te recuerdo amanda

Matwei Blanter, Michail Issakowski Fischia il vento

Eugène Pottier, Pierre Degeyter L'Internationale

Rolando Alarcón El quinto regimiento

Niebiesko-Czarni Sodato de Levita

Zeca Afonso Grândola, Vila Morena




... und dein ganzes Leben muss eine Musik sein


Seit mehr als zehn Jahren findet auf Gut Holzhausen das Stimmenfestival ‹Voices› statt, das dem Gesang in all seinen Facetten eine Heimat bietet und das Gut zu einem Ort der (Vokal-)Musik gemacht hat. Es liegt nahe, die seit 2017 bestehende Auftragsreihe ‹Rede an die Musik› hier fortzuführen. In diesem Jahr gibt der aus Brake stammende Jochen Distelmeyer Auskunft über sein Verständnis von Musik und über seine musikalischen Produktionen. Distelmeyer ist einer der einflussreichsten deutschsprachigen Singer-Songwriter und hat durch seine 1990 gegründete Band Blumfeld, die nach einer Erzählung Franz Kafkas benannt ist, eine ganze Generation beeinflusst. Seit 2007 ist er als Solokünstler unterwegs und hat zuletzt die LP ‹Songs from the Bottom, Vol. 1› veröffentlicht. 2015 publizierte der Rowohlt Verlag sein Romandebüt ‹Otis›. Seine ‹Rede an die Musik› wird Distelmeyer singend und sprechend vortragen. Die lebensverändernde Kraft der Musik thematisiert Wilhelm Heinrich Wackenroder, Berliner Schriftsteller und Mitbegründer der deutschen Romantik, in der letzten Geschichte der ‹Herzergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders› unter dem Titel ‹Das merkwürdige musikalische Leben des Tonkünstlers Joseph Berglinger›. Obwohl Berglinger in einem kunstfeindlichen Umfeld aufwächst, wird er Musiker. Aber sein Glück findet er nicht, da die Musik für ihn reines Gefühl, für seine Zuhörer aber ein Medium der gesellschaftlichen Repräsentanz ist. Schauspielerin Nina Petri ist mit einer Lesung aus dem Werk zu erleben.

Der italienische Komponist und Bandoneonist Daniele di Bonaventura sammelte für sein neues Programm ‹Bella Ciao› Werke und Melodien von Widerstands- und Revolutionsbewegungen aus aller Welt und arrangierte sie für sein Quartett BAND’UNIÒN neu. Die vier Musiker besingen politische Schlüsselmomente verschiedener Lander und erzählen vom Aufstand des Volkes gegen die Regierung. Für di Bonaventura hat jedoch nicht nur die politische, sondern ebenso die musikalische Komponente Relevanz. Es ist faszinierend, wie das Quartett, das sich insbesondere einen Namen im Klassik- und Jazzbereich gemacht hat, die Volkslieder neu arrangiert, umschreibt und so eigenständig Kunstlieder schafft. BAND’UNION macht erlebbar, wie musikalisch der Widerstand, wie widerständig die Musik sein kann. 

 

Pause ca. 19.30 Uhr | Ende ca. 22.00 Uhr

50 | 40 | 27 | Studentenkarte 15 €




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