Die Landschaft ist eine Konstruktion. Gemeint ist damit nicht vordergründig die physische Gestalt als das Werk des Menschen, sondern primär die Bedeutung der Wahrnehmung. Landschaft findet sich nicht in der Erscheinung der Umwelt, jedoch in den Köpfen der Betrachter:innen. Vor diesem Hintergrund steht am Anfang jeder entwerferischen Auseinandersetzung die Arbeit an der Freilegung der vielfältigen Bedeutungsebenen des Ortes unter kontinuierlichem Wechsel der Betrachtungsperspektive. In diesem Tatbestand liegt sowohl die Herausforderung, als auch das Potential für den Entwurf begründet. Die charakteristischen Eigenarten und Phänomene gilt es zu identifizieren, zueinander in Beziehung zu setzen, zu gewichten und schlussendlich neu zu arrangieren. Die Arbeiten von Vogt Landschaftsarchitekten Thomas Kissling beschäftigen sich mit der europäischen Stadtlandschaft und somit mit demjenigen Raum, der uns tagtäglich umgibt. Diese Nähe zu den Dingen und die Erfahrung der Stadt bilden das Fundament für das Einmessen einer Bauaufgabe in den gesellschaftlichen und räumlichen Kontext.
Die Veränderbarkeit landschaftsarchitektonischer Projekte verweist dabei auf einen weiteren wichtigen Bezugsraum: den zeitlichen. Die Landschafts-architekt:in vermag nicht nur Raum, sondern auch Zeit zu entwerfen. Während sich bei einem architektonischen Projekt der Betrachtungshorizont auf ein paar Jahre, Jahrhunderte oder maximal Jahrtausende beschränkt, beruft sich die Landschaftsarchitektur zusätzlich auf einen naturgeschichtlichen Kontext. Wobei die damit verbundenen Disziplinen der Biologie und Geologie den Zeithorizont ins Immense wachsen lassen.
Die diesjährige »Rede an die Architektur« wird musikalisch begleitet vom Trio Dell-Lillinger-Westergaard, die sich virtuos im Spannungsfeld von zeitgenössischer Musik, Experimental und Avantgarde-Jazz bewegen. Das Trio wurde gerade mit SWR-Jazzpreis ausgezeichnet. Das architektonisch beeindruckende neue Krumme Haus des Detmolder Freilichtmuseums ist der ideale Ort für diese Ode an die Landschaftsarchitektur und einmalige Verknüpfung zwischen Literatur, (Bau-)Kunst und Musik.




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