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In der Natur ist gut zu sein

Gutshof Schulte-Drüggelte
25. September 2020, 18:00 Uhr

‹Kunst ist Mensch plus Natur›, so beschrieb im 19. Jahrhundert Vincent Van Gogh die Wichtigkeit einer seiner größten Inspirationsquellen. Die Antriebskraft vieler Kunstschaff enden liegt seit jeher in der Betrachtung der Natur. Sei es in der Form eines objektiv-beobachtenden Naturalismus oder in einer romantischen Verklärung der Natur: Was der Mensch sieht, wenn er sich vor die eigene Haustür wagt, birgt Schönheit und Überraschungen, aber auch Rohheit und Gewalt. Von der Natur in ihrer unberührten Form schrieb Annie Dillard in ihrem 1974 erschienen Buch ‹Pilger am Tinker Creek›. Darin beschreibt die staunende Beobachterin einen Jahreszyklus in den Virginia Blue Mountains und erschafft ein Werk, das naturphilosophisch und metaphysisch zugleich in einer eigenen lyrischen Sprache einen Lobgesang auf die Landschaft anstimmt ohne sich jemals in ihrer bloßen Bewunderung zu verlieren. 2016 erschien ‹Pilger am Tinker Creek› in der Reihe der ‹Naturkunden› des Matthes & Seitz Verlages Berlin, herausgegeben von Judith Schalansky, die selbst Schriftstellerin vielfach ausgezeichneter Romane ist und die Auszüge daraus lesen wird.

Die historische Hofanlage der Familie Schulte-Drüggelte liegt inmitten einer (abwechslungs-)reichen Natur und lädt an diesem Abend zum Verweilen ein. Von der Hofstelle aus wandert der Blick über den Möhnesee und die umliegenden Wälder und Wiesen. Ein wunderbarer Ort also, um mit Adalbert Stifters 1853 erschienen Erzählbänden ‹Bunte Steine› einen der wichtigsten Vertreter des Biedermeiers zu Gehör zu bringen. Der österreichische Schriftsteller wurde seit jeher für seine präzisen Naturdarstellungen geschätzt, sein Werk wurde von Friedrich Nietzsche als ‹Schatz der deutschen Prosa› bezeichnet. Diesen Schatz birgt Karoline Eichhorn mehr als 150 Jahre nach dessen Erscheinen. Die renommierte Schauspielerin führt die Zuhörerinnen und Zuhörer auf die Pfade von Stifters Naturbeobachtungen.

Einem Ruf zum Aufbruch in die Natur kommt auch der Klang eines Waldhornes gleich. Nicht nur in Schumanns ‹Adagio und Allegro›, sondern auch in Rheinbergers Sonate finden sich sowohl Jagdmotivik als auch warme Kantilenen wieder. Der Hornist Felix Klieser, ECHO Klassik Preisträger von 2014, wird von Boris Kusnezow am Piano begleitet. Das Duo verbindet kongenial den sehr weichen, raumfüllenden Hornklang mit dem kraftvollen Klang des Pianos und bringt zum Ausdruck, wie sich in der Hochromantik aus der Abwendung vom Höfischen eine zunehmende Naturverbundenheit entfaltete.

Die Künstlerinnen und Künstler

Judith Schalansky

Judith Schalansky

Karoline Eichhorn

Karoline Eichhorn

Felix Klieser

Felix Klieser

Boris Kusnezow

Boris Kusnezow

Ablauf
18:00 Uhr
Lesung

Judith Schalansky

Annie Dillard Pilger am Tinker Creek

Konzert

Felix Klieser

Horn

Boris Kusnezow

Klavier

Robert Schumann Adagio und Allegro für Horn und Klavier As-Dur op. 70

Richard Strauss Andante für Horn und Klavier C-Dur op. posth.

Ludwig van Beethoven Sonate für Horn und Klavier F-Dur op. 17

ca. 19:30 Uhr
Pause
ca. 20:30 Uhr
Lesung

Karoline Eichhorn

Adalbert Stifter Bunte Steine

Konzert

Felix Klieser

Horn

Boris Kusnezow

Klavier

Reinhold Glière 4 Stücke für Horn und Klavier op. 35

Joseph Gabriel Rheinberger Sonate für Horn und Klavier Es-Dur op. 178

ca. 22:00 Uhr
Ende

Gutshof Schulte-Drüggelte


Konzertscheune
Drüggelter Weg 1
59519 Möhnesee
www.drueggelte.de
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