Wege durch das Land
5.1

Und dennoch, wahrlich: Vernunft und Liebe gehen heutzutage gern getrennte Wege

Theater im Park
12. September 2020, 15:00 Uhr

William Shakespeare war ein Meister der Täuschung. Seine Komödien sind voll von Missverständnissen und Verwechslungen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich nie sicher sein, ob sie nicht vom Meister an der Nase herumgeführt werden und ob der Mann auf der Bühne nicht eine Frau ist oder der Wald sich nicht eben nach vorn bewegt hat. In einer Lesung mit Szenen aus zwei Komödien Shakespeares werden Angelika Richter und Bjarne Mädel uns zeigen, dass Shakespeares Figuren, Königinnen und Könige des Witzes und des Wortspiels, der Intrige und der Bosheit, von den Fehlern, die ihnen andauernd unterlaufen, durch eine immer irrer werdende Komödie getrieben werden. In ‹Die Komödie der Irrungen› und ‹Ein Sommernachtstraum› kommen sie nur ans Ziel, wenn sie durch diese Fehler und Umwege die Wahrheit erkennen, um die Verwirrung zu lösen und Liebe zu finden.

Im ‹Sommernachtstraum› irren vier Liebende fehlgeleitet von einer Feen-Intrige durch den nächtlichen Wald und verfallen verzaubert dem jeweils falschen Partner. Das Erwachen der vier ist schrecklich und komisch zugleich. Von der Erkenntnis, dass ihr heiligstes Gefühl, die Liebe, irren kann, werden sie sich so schnell nicht erholen. Ähnlich ergeht es auch der Feenkönigin Titania, die sich durch einen fehlgeleiteten Zauber in den Handwerker Zettel verliebt, dessen Kopf in den eines Esels verwandelt worden ist, was ihn in eine tiefe Existenzkrise stürzt. In Shakespeares Zauberwald kann sich niemand auf die bestehenden Verhältnisse verlassen. Ständig werden alle Gewissheiten durcheinandergewirbelt und auf den Kopf gestellt und Shakespeare führt uns gleichermaßen heiter und verstörend die fehlerhafte Beschränktheit des menschlichen Geistes und Gefühls vor Augen.

Der Komponisten Jean Françaix, der auch gern als der ‹jüngere Ravel› bezeichnet wurde, antwortete auf die Kritik an seinem eingängigen Stil: ‹Man hat mir den Stempel »leichtfertiger Komponist« aufgedrückt, während ich doch jede Note streng überwache, die aus meiner Feder kommt.› Sein erklärtes Ziel war es, ‹musique pour faire plaisir› (Musik, die Freude macht) zu komponieren, wie es das Notos Quartett mit seinem selten gespielten ‹Divertissement› beweisen wird. Gerade durch gezielt platzierte musikalische ‹Fehler› verleiht Françaix diesem Stück einen ganz eigenen Witz und Charme. Eine kleine Dissonanz hier, ein ungewöhnlicher Rhythmus da sowie penetrante Glissandi und plötzliche dynamische Ausbrüche. Auf kleinstem Raum jagen sich die Charaktere: witzig und heiter, aber auch melancholisch, impressionistisch und zum Schluss hoch virtuos, hat man bei dem Trubel und der Dichte an verschiedenen Stimmungen und Aktionen beinahe das Gefühl, man befände sich inmitten einer Shakespearschen Theatertruppe.

Die Künstlerinnen und Künstler

Angelika Richter

Angelika Richter

Bjarne Mädel

Bjarne Mädel

Notos Quartett

Notos Quartett

Ablauf
15:00 Uhr
Lesung und Konzert

Angelika Richter

Bjarne Mädel

Szenen aus William Shakespeares Ein Sommernachtstraum und Die Komödie der Irrungen

Notos Quartett

Jean Françaix Divertissement für Klavierquartett

ca. 17:00 Uhr
Ende

Theater im Park


Am Kurpark
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