Franz Kafka zählt zu den wichtigsten Literaten des Jahrhunderts. Bis heute beeinflusst er Generationen von Künstler:innen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Im Juni dieses Jahres jährt sich sein Todestag zum 100. Mal – Anlass für uns, eine große Kafka-Veranstaltung auf dem Gut Holzhausen zu veranstalten. Der ehemalige Schafstall ist die heutige Kulturscheune des Guts, seit Jahren ein Ort für Kreativität und gedanklichen Austausch und somit ein idealer Ausgangspunkt, um sich auf die Spuren Kafkas zu begeben. Ulrich Matthes wird ausgewählte Texte Kafkas lesen. Mit seiner einprägsamen Stimme spürt er den feinen Nuancen, den Stimmungen der Texte nach und nimmt uns mit in diese besondere Gedankenwelt. Unter anderem liest er aus ‹Vor dem Gesetz›, der das vielschichtige und bodenlose Denken Kafkas in eine scheinbar schnell überschaubare Geschichte kleidet.
Musikalisch untermalt wird die Lesung durch den international gefeierten Jazzpianisten David Helbock, der von seinem Trio Random/Control begleitet wird. Atmosphärisch zieht uns ihre Musik hinaus in die Nacht, hoch zum Pavillon. Dort erwartet uns David Helbock am Flügel mit musikalischen Improvisationen zu Tiermotiven aus Kafkas Erzählungen, die Ulrich Matthes rezitiert.
Der Sommerabend wird durch ein besonderes Highlight ergänzt: Die Kompanie Cie. Freaks und Fremde hat ihren Ausgangspunkt in der Puppenspielkunst. Ihre Inszenierung ‹Ein Hungerkünstler› wird bei uns Premiere feiern. Durch ihre Kombination aus Elementen des Puppentheaters, Objekten und Projektionen eröffnet sich ein eigener Erzählkosmos, wodurch wir das Werk Kafkas auf eine ganz andere, neue Weise erleben. Die Tages- und Nachtzyklen des Zeichners Christian Tannhäuser vervollständigen das Programm. Literatur, Musik, Puppenspiel und Kunst geben uns die Möglichkeit, Franz Kafka in Gänze zu begreifen.