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Keine Karten im Verkauf

Leben Schreiben Atmen

Konzerthalle
17. Mai 2020, 18:00 Uhr

Eine Einladung zum Schreiben

‹Schreiben heißt, die Welt einatmen›, schreibt Doris Dörrie in ihrem Buch: ‹Leben Schreiben Atmen›. Es ist zugleich Biografie und eine ‹Einladung zum Schreiben über sich selbst›, mit der sie über das Glück der schriftstellerischen Arbeit berichtet und den Leserinnen und Lesern Mut machen möchte, die Furcht vor möglichen Fehlern hinter sich zu lassen und ‹einfach loszuschreiben und dabei auf Scham, Angst, Selbstzweifel und Rechtschreibregeln zu pfeifen›. In kurzen Episoden wirft Dörrie, die seit Jahren an der Filmhochschule München Creative Writing unterrichtet, Schlaglichter auf ihr Leben und kombiniert diese mit Tipps und konkreten Anleitungen zum autobiografischen Schreiben. Die Autorin und Filmemacherin wird in der Konzerthalle nicht nur aus ihrem außergewöhnlichen Buch lesen, sondern mit dem Publikum vor Ort Schreibübungen durchführen!

Als eine einzige große Schreibübung könnte man auch einen der beliebtesten französischen Romane des 20. Jahrhunderts betrachten: Raymond Queneaus ‹Zazie in der Metro›, aus dem Jasmin Tabatabai und Florian Lukas für uns lesen werden. Queneau erzählt von dem aus der Provinz kommenden Mädchen Zazie, die einen Tag in Paris verbringen darf und deren größter Wunsch es ist, einmal mit der Metro zu fahren. Die wird allerdings ausgerechnet an diesem Tag bestreikt. Wie Zazie es dennoch dorthin schafft und wie sie mit ihrer anarchistischen Energie die Verhältnisse zum Tanzen bringt, das ist ein großer literarischer Spaß, der im letzten Jahr kongenial von Frank Heibert neu übersetzt wurde. Queneau missachtet in seinem 1959 erschienenen Roman nahezu alle Rechtschreibungs- und Grammatikregeln und erfindet gerade durch dieses ‹fehlerhafte› Schreiben neue Wortschöpfungen und eine völlig neue Sprache.

‹There is no such thing as a wrong note.› (Art Tatum) Für den Bandleader und renommierten Saxophonisten Peter Weniger spielen das Geschehen Lassen von musikalischen Ereignissen, das Zulassen und der Umgang mit ‹Fehlern› eine herausragende Rolle. Zusammen mit seiner Band Peter Weniger’s Point Of Departure trifft er auf Zazies turbulentes Abenteuer und begegnet in seinem Spiel den Sprachschöpfungen Queneaus mit musikalischer Improvisation. Dabei bricht er wie der französische Autor spielerisch herkömmliche Formen auf und gestaltet sie neu. ‹Do not fear mistakes – there are none.› Von diesen Worten des legendären Miles Davis lassen sich die Musiker bei ihren Improvisationen inspirieren. Gerade im ersten Teil steht dabei die spätere Musiksprache von Davis im Zentrum. Der vielfach preisgekrönte Trompeter Joo Kraus, der seit mehreren Jahrzehnten in der internationalen Jazzszene unterwegs ist, wird als Gast bei dieser Begegnung zwischen Raymond Queneau und Jazz, Komposition und Improvisation, Form und Fehler dabei sein. Frei nach Louis Armstrong: ‹What we play is life.›

Die Künstlerinnen und Künstler

Doris Dörrie

Doris Dörrie

Jasmin Tabatabai

Jasmin Tabatabai

Florian Lukas

Florian Lukas

Peter Wenigers Point of Departure

Peter Wenigers Point of Departure

Joo Kraus

Joo Kraus

Ablauf
18:00 Uhr
Lesung und Schreibübung

Doris Dörrie

Leben Schreiben Atmen

Konzert

Peter Weniger’s Point of Departure feat. Joo Kraus

Improvisationen und Kompositionen von Peter Weniger in Anlehnung an Miles Davis

ca. 19:30 Uhr
Pause
ca. 20:30 Uhr
Lesung und Konzert

Jasmin Tabatabai

Florian Lukas

Raymond Queneau Zazie in der Metro

Peter Weniger’s Point of Departure feat. Joo Kraus

Miles in der Metro

Improvisationen

ca. 22:00 Uhr
Ende

Konzerthalle


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32105 Bad Salzuflen
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