Der Weg entsteht beim Gehen – Wege durch das Land 2026

Das Literatur- und Musikfestival »Wege durch das Land« geht auch in diesem Jahr in die nächste Runde. Zu Gast auf Gutshöfen, in Scheunen und Schlössern, unter freiem Himmel oder in Industriehallen, bringt das Festival außergewöhnliche Programme an außergewöhnliche Orte. Der Kartenvorverkauf beginnt am Samstag, 18. April 2026 um 10:00 Uhr.

In diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto »Der Weg entsteht beim Gehen«. Im Spannungsfeld zwischen Reisen und Mobilität, Ankommen und Abschied, zwischen Bewegung und Verwandlung bewegt sich das diesjährige Programm des Festivals. Dazu gehören gleich mehrere Lesungen aus zeitlosen Klassikern der Reiseliteratur: Zur Eröffnung am 09. Mai liest Matthias Matschke in den Hallen der Firma DENIOS SE in Bad Oeynhausen aus Mark Twains »Bummel durch Deutschland«, Schauspieler Sebastian Ströbel und Stephan Szász widmen sich, gemeinsam mit dem herausragenden Akkordeon-Solisten Pavel Efremov, den berühmten »Reisebildern« von Heinrich Heine und Anna Schudt liest im Alten Güterbahnhof Herford aus Jonathan Swifts »Gullivers Reisen«. Bei dieser Veranstaltung liest außerdem die jüngst mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Autorin Katerina Poladjan aus ihrem Roman »Goldstrand«. Da Reisen mehr als die Bewegung von einem Ort zum nächsten beinhaltet, findet sich auch die Beschäftigung mit inneren Reisen im Programm wieder: Auf Gut Holzhausen ist Thomas Melle zu Gast und liest aus seinem Bestseller »Haus zur Sonne« und Schauspieler Jonas Dassler lässt Georg Büchners an Schizophrenie leidenden Lenz durch die Landschaften wandern.

In diesem Sinne arbeitet das Festival weiter daran, Barrieren abzubauen und die Veranstaltungen möglichst inklusiv zu gestalten: Am 29. Mai im Assapheum Bethel präsentiert das Freiburger Barockorchester ihr sehr erfolgreiches inklusives Konzertkonzept »Miteinander Hören«, bei dem die Musik durch besondere Schwingungen, Farbfelder und Vibrationen insb. von Hörbehinderten und Gehörlosen Menschen wahrgenommen werden kann. Dazu liest Franziska Hartmann aus Marlen Haushofers Klassiker »Die Wand«. Die Lesung wird sowohl in die Deutsche Gebärdensprache als auch in die Deutsche Schriftsprache übersetzt. Diese Festivalreisen gehen zuweilen über planetare Grenzen hinaus: Im Kurhaus Bad Salzuflen führen uns die Musik der international gefeierten Theremin-Spielerin Carolina Eyck und Samantha Harveys »Umlaufbahnen« an die Grenzen unseres Planeten, während Planetengeologe Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt von den neuesten spannenden Erkenntnissen zu Mond- und Marsexpeditionen berichtet. Die Besucher:innen des Festivals können sich außerdem mit der Stimme von Schauspieler Christian Erdmann im Ohr auf eine literarische Wanderung durch den Willebadessenser Wald, oder mit der Band »Marina & The Kats« und Schauspieler Fabian Hinrichs auf der historischen Radrennbahn in Bielefeld auf einen Ausflug in die Welt des (Profi-)Radsports begeben.

Auch für die kleinsten Besucher:innen ist etwas dabei! Auf der Burg Sternberg bringen Pascal Houdus und Henri Jakobs ein Live-Hörspiel zu Selma Lagerlöfs »Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen« auf die Bühne. Nach dem Live-Hörspiel kann man sich nachmittags mit eigens gebastelten Papiergänsen beim anschließenden Schattentheater-Workshop ausprobieren. Auch Reisen durch die eigene Familiengeschichte stehen auf dem Programm: So liest Nadine Schneider im Salvatorkolleg im Hövelhof aus ihrer Familienchronik »Das gute Leben« und Judith Hermann präsentiert am 15. September in der Petrikirche Herford ihren autobiografischen Roman »Ich möchte zurückgehen in der Zeit«. Diese Veranstaltung bildet den fulminanten Abschluss der Saison und knüpft bereits an die große Eröffnungsveranstaltung 2027 in Herford an. Als weitere Künstler:innen werden u.a. Nora Gomringer, Ulrike Draesner, Daniela Dröscher, Dietmar Bär, Helene Grass, Hans-Ulrich Treichel, Christoph Ransmayr, Joey Goebel oder auch Meike Rötzer und Bibiana Beglau zu Gast sein. Für die musikalische Komponente des Festivals sorgen u.a. das preisgekrönte Treppenhausorchester, die Bands Kebyart und Spark, das renommierte Boulanger Trio  oder Ekki Busch von der Band »Element of Crime«.

Details zu den einzelnen Veranstaltungen sind online unter www.wddl.de veröffentlicht. Karten sind ab dem 18. April

2026 im Vorverkauf erhältlich und kosten regulär zwischen 22 und 55 Euro. Studierende, Schüler:innen sowie Auszubildende erhalten ermäßigte Karten für alle Veranstaltungen zu 15 Euro. Zudem bietet das Festival die ‹Soziale Karte› für Menschen mit geringem Einkommen an: sie kostet  in den Kategorien B und C 5 Euro.

Für Fragen, weitere Informationen, Bildmaterial oder die Vermittlung von Interviews mit unseren Künstler:innen

steht Ihnen Pauline Donschen gerne zur Verfügung.

Wege durch das Land gGmbH
Hornsche Straße 38, 32756 Detmold

Telefon: 05231-30 80 20

E-Mail: info@wddl.de | Webseite: www.wege-durch-das-land.de

Pressekontakt: Pauline Donschen | 05231-30 80 215 | donschen@wddl.de

Geschäftsführung: Christoph Vieregge

Künstlerische Leitung: Stephan Szász

Werfen Sie einen Blick auf die Jubiläumssaison 2025!

Während draußen die Tage kälter werden und Weihnachten näher rückt, schwelgen wir in Erinnerungen an den letzten Festivalsommer! Werfen Sie mit uns einen Blick auf die Jubiläumssaison 2025. Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei allen Künstler:innen, die bei uns zu Gast waren und das Programm so wunderbar bereichert haben!

‹Mehr als ein Wort›: Wege durch das Land 2025


Seit nunmehr 25 Jahren hinterlässt das Festival ‹Wege durch das Land› literarische und musikalische Spur
in ganz Ostwestfalen-Lippe. Zu Gast auf Gutshöfen, in Scheunen und Schlössern, unter freiem Himmel oder in
Industriehallen bringt das Literatur- und Musikfestival außergewöhnliche Programme an ungewöhnliche Orte. Mit25 Veranstaltungen feiert das Festival in diesem Jahr vom 3. Mai bis 12. Juli 2025 seinen 25. Geburtstag und lädt Besucher:innen dazu ein, besondere Orte, faszinierende Musik, neue Texte und alte Texte neu zu entdecken. Der Kartenvorverkauf beginnt am Sonntag, 6. April 2025 um 10:00 Uhr.

Familie: ein Band, ein Gefühl, ein Ort, ein Klang, manchmal Ärger, Tragik, ein Leben, ein Lieben. Familie ist ‹Mehr als ein Wort› – unter diesem Motto steht ‹Wege durch das Land› in diesem Jahr. Dabei blickt das Festival auf die unterschiedlichsten Familienkonstellationen. Was eint und was trennt sie? Wie prägen ihre Mitglieder sie, wie werden sie von ihr geprägt? Und was passiert mit Familien, die auseinander gerissen werden, wie gelingt es ihnen, sich wieder neu zu verbinden? Antworten darauf suchen unter anderem die Autor:innen Dmitirj Kapitelman, Olga Grasjnowa, Behzad Karim Khani und Caroline Peters, die in dieser Saison ihre Texte präsentieren. Beliebte Schauspielgrößen wie Anna Schudt und Matthias Brandt versetzen das Publikum nach Südamerika in das ‹Geisterhaus› Isabel Allendes, Jördis Triebel taucht mit ‹Alice hinter den Spiegeln› ab und Bibiana Beglau und Hans Löw bringen in einer szenischen Lesung eine der tragischsten Familiendramen der Literatur, ‹König Ödipus›, auf die Bühne. Außergewöhnliche Musiker:innen vervollständigen das Programm mit eigenen Stücken, Improvisationen und Interpretationen bekannter Werke. Dabei sind unter anderem das Delian Quartett, die klassische Band Spark, das lateinamerikanische Duo Babel Collage und das Boulanger Trio. Das Programm umfasst dabei in diesem Jahr 25 verschiedene Orte und 93 Solokünstler:innen und Ensembles mit insgesamt 26 verschiedenen kulturellen Hintergründen.


‹Mehr als ein Wort› meint aber auch alles darüber hinaus, meint Sprache, Musik und Raum – und so fügt sich das diesjährige Motto mehr als passend in das Jubiläumsjahr ein. Im Jahr 2000 als Projekt des Literaturbüros OWL gegründet, führt die gGmbH ‹Wege durch das Land› das Literatur- und Musikfestival seit 2009 als eigenständige Veranstaltungsreihe fort. ‹Seit 25 Jahren bringt ‹Wege durch das Land› mit viel Enthusiasmus und Freude Literatur und Musik in die Region – und Menschen zusammen›, sagt die Geschäftsführerin Sandra Mathews, ‹wir sind in unserer Konzeption, der Verbindung von Literatur, Musik und Ort, einzigartig und gelten als kultureller Leuchtturm OWLs. Darauf können wir zu recht stolz sein›. ‹Das Festival begeistert alljährlich mit einer großen Bandbreite an Text- und Musikgenres und lockt Kulturinteressierte aus der Region und darüber hinaus in alle Ecken OWLs. Es ist eine große Freude, ein Teil davon zu sein und eine Herausforderung, immer wieder neue Veranstaltungsformate zu entwickeln. Es gibt noch so viele Geschichten zu erzählen, so viele Texte und Musik zu entdecken›, fügt Stephan Szász, Künstlerischer Leiter des Festivals, hinzu. In 25 Jahren haben in über 500 Veranstaltungen an die 2.000 Künstler:innen über 200 Orte mit Worten und Klängen gefüllt, tausende Texte gelesen und Kompositionen gespielt.


Eröffnet wird die Jubiläumssaison am 3. Mai 2025 in der Produktionsshalle der Firma Reitz in Höxter. Clemens
Meyer
liest aus seinem aktuellem Roman ‹Die Projektoren›. Mit präziser Sprache nähert sich Meyer auf der
Grundlage zweier Biografien aus der DDR und Jugoslawien der halbvergessenen Gewaltgeschichte Mitteleuropas nach 1945. Ergänzt wird der Abend durch eine Lesung von Thomas Bernhards ‹Ein Kind›. Der Schauspieler Devid Striesow liest aus dem einzigartigen autobiografischen Werk des österreichischen Autors. Das katalanische Ensemble Kebyart zählt zu den aufregendsten Ensembles der aktuellen Musikszene und begeistert mit einer beeindruckenden und unverwechselbaren Performance.

Am 14. Juni 2025 ist das Festival zu Gast in Niedersachsen. Hier liegt, an der deutschen Märchenstraße, das Stift Fischbeck und bietet den idealen Rahmen sich dem ‹Fremden Ferdinand› zu widmen. Der fast vergessene Bruder Wilhelm und Jacob Grimms galt als schwarzes Schaf der Familie: als ‹Faulpelz› beschrieben ihn seine Brüder. Dabei war auch er ein wunderbarer Geschichtenerzähler, schuf Sagen voll fantastischem Zauber, Zwerge, Geister und Riesen. Mit August und Johannes Zirner stehen erstmals Vater und Sohn gemeinsam auf der ‹Wege durch das Land›-Bühne und lesen nicht nur Märchen Ferdinand Grimms, sondern tauchen gemeinsam mit dem Publikum in die turbulente und durchaus skandalöse Familiengeschichte der berühmten Grimms ein. Unterstützt werden sie dabei von dem gefeierten Edgar Knecht Trio, die ihre Interpretation der Texte Ferdinands zu Gehör bringen.

Auf Gut Himmighausen verwandelt das Festival die Festscheune am 21. Juni 2025 in einen Irish Pub: mit
tragikkomischer Literatur und dem Klang von Gitarre, Banjo und ‹Fiddle›. Mit einer Mischung aus traditioneller und moderner Irish Folk Music bringt der Musiker Danny O‘Connor im Duo mit Bernd Lüdke den typischen irischen Sound nach OWL und wird zudem von Irish-Tap-Dancern unterstützt. Doch nicht nur Musik, auch die Literatur liegt den Iren im Blut. Das irrwitzige Theaterduo Wolfram Koch und Samuel Finzi begeistert seit zwei Jahrzehnten das Publikum und bringt an diesem Abend einzigartige irische Literatur auf die Bühne. Dabei beweisen die Texte von Flann O‘Brien und Samuel Beckett, dass die irische Literatur nicht nur skurril, sondern voller Humor, Folklore, Poesie und Prosa steckt. Ein Abend über das Loslassen alter Gewohnheiten hin zur Freiheit, zum Frohsinn und zum Vergnügen. Getreu dem Motto ‹The craic is mighty› – Das wird ein Riesenspaß!

Die Autorin Nora Schramm widmet sich in ihrem Debütroman ‹Hohle Räume› der Herausforderung, Familienbilder und -rollen neu zusammenzusetzen. Denn beim Ausräumen der elterlichen Wohung sieht sich die Erzählerin Helene nicht nur mit den physischen Besitztümern ihrer Familie konfrontiert, sondern auch mit dem emotionalen Balast der vierzig Ehejahren ihrer Eltern. Rollenbilder verhandelt auch Annemarie Schwarzenbach in ihrem Werk ‹Lyrische Novelle›, die an diesem Abend von der Schauspielerin Lavinia Wilson gelesen wird. Die Geschichte um einen jungen Mann, der eigentlich als Frau hätte geschrieben werden sollen, gilt als eine frühe literarische Darstellung lesbischer Liebe. Die queere Singer-Songwriterin Mina Richman vereint in ihren Texten und Melodien den Geist dieser Veranstaltung – mittendrin zwischen Selbstverwirklichung, -entfaltung und -entdeckung – indem sie Songs aus ihrem Album ‹Grown up› präsentiert. Und so lädt ‹Wege durch das Land› am 22. Juni 2025 das Publikum dazu ein, auf Gut Bustedt neue Perspektiven und Blickwinkel einzunehmen.

Unter dem Titel ‹Knallen muss es tüchtig und lustig will ich‘s haben› feiert das Festival am 12. Juli 2025 seine große Abschluss- und Jubiläumsveranstaltung auf Gut Holzhausen. Gemeinsam mit Freund:innen, Wegbereiter:innen und Gästen möchte das Team von ‹Wege durch das Land› das Festival, die Literatur und die Musik hochleben lassen und vereint einen Tag lang all das, was das Festival ausmacht. Den Anfang macht eine Familienveranstaltung mit Meike Droste, die das junge Publikum auf die Abenteuer von Astrid Lindgrens ‹Karlsson vom Dach› einlädt. Am Nachmittag erwarten die Gäste die ehemaligen künstlerischen Leiter:innen Helene Grass und Albrecht Simons von Bockum Dolffs, die gemeinsam mit Stephan Szász ‹Die Kleinbürgerhochzeit› von Bertolt Brecht auf die Bühne bringen – ein grandioser Text über den Horror eines Familienfestes. Auf einer lyrischen Wanderung rund um das Gut erleben die Gäste die drei zudem gemeinsam mit der Poetin Frieda Paris, unterstützt von dem unverwechselbaren Trio Wellcaru, die mit einer Mischung aus ungarischer und klassischer Musik faszinierende Klangwelten schaffen. Am Abend steht Wladimir Kaminer auf der Bühne und liest aus seinem aktuellen Werk ‹Mahlzeit – Geschichten von Europas Tischen›. Einen fulminanten Abschluss bietet das Konzert von Pasquale Aleardi und die Phonauten. Stilistisch irgendwo zwischen Chansons, Charts und Musik-Kabarett sorgen die Musiker dafür, dass die Korken knallen und gefeiert wird bis in die warme Sommernacht hinein!

Details zu den einzelnen Veranstaltungen sind online unter www.wddl.de veröffentlicht. Karten sind ab dem 6. April 2025 im Vorverkauf erhältlich und kosten regulär zwischen 22 und 55 Euro. Für die Jubiläumsveranstaltung am 12. Juli 2025 sind Kombikarten erhältlich. Studierende, Schüler:innen sowie Auszubildende erhalten ermäßigte Karten für alle Veranstaltungen zu 15 Euro. Zudem bietet das Festival die ‹Soziale Karte› für Menschen mit geringem Einkommen an: sie kostet 5 Euro.

Das diesjährige Programm wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW sowie durch die jährlichen Beiträge der acht Gesellschafter gefördert und durch zahlreiche Stiftungen, Sponsor:innen sowie Spender:innen unterstützt.

Für Fragen, weitere Informationen, Bildmaterial oder die Vermittlung von Interviews mit unseren Künstler:innen stehen Ihnen Marcel Wyrobek und Marilena Heyd gerne zur Verfügung.

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Werfen Sie einen Blick auf die Saison 2024!

Wieder einmal werden die Tage kürzer und die Nächte länger – der perfekte Zeitpunkt also, um in Erinnerungen an lange Sommernächte zu schwelgen und den kalten Tagen zu entfliehen!

Werfen Sie mit uns einen Blick auf die Saison 2024. Vielen Dank noch mal an alle Künstler:innen, die auf unseren Bühnen standen und so viele wunderbare Programme möglich gemacht haben.

Uns interessiert Ihre Meinung!

Welche Erfahrungen haben Sie mit ‹Wege durch das Land› gemacht und was sind Ihre Wünsche für die Zukunft? Uns interessiert Ihre Meinung und wir freuen uns sehr, wenn Sie an unserer kleinen Umfrage zu unserem Festival teilnehmen.

Vielen Dank!

Rückblick auf die Saison 2024

Vom Fortgehen und Ankommen

Eine weitere Saison ‹Wege durch das Land› ging vergangenes Wochenende zu Ende. Vom 4. Mai bis 12. Juli
2024 hat das Festival 22 bekannte und neu-entdeckte Orte in ganz Ostwestfalen-Lippe mit Literatur und Musik
gefüllt und Künstler:innen wie Publikum gleichermaßen begeistert. Über 100 Autor:innen, Musiker:innen und
Schauspieler:innen haben rund 7.600 Besucher:innen an ihren Texten, Kompositionen und Interpretationen teilhaben lassen. Dabei stand das diesjährige Motto ‹Das Heim ist fort, das Weh, es bleibt› immer im Mittelpunkt des Programms. Wie verarbeiten Autor:innen und Musiker:innen ihre Erfahrungen mit Entwurzelung und Verlust von Heimat? Gelingt es, eine neue Heimat zu finden und wenn ja, zu welchem Preis? ‹OWL ist eine unglaublich vielfältige und inspirierende Region voller Geschichten und Orte, die nur darauf warten, erzählt und entdeckt zu werden. Darauf freue ich mich auch in meiner zukünftigen Arbeit bei ‹Wege durch das Land› sehr. Unser diesjähriges Thema ist mir persönlich sehr nah und in den Gesprächen mit Künstler:innen, Gastgeber:innen und auch unserem Publikum wurde mir klar, wie viele Menschen ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich bin unglaublich dankbar für die zahlreichen Begegnungen und hätte mir meine erste Saison nicht schöner ausmalen können›, so Stephan Szász, der die Künstlerische Leitung des Festivals im Herbst 2023 übernommen hat.

Eröffnet wurde die diesjährige Saison im Hangar 21 in Detmold. Die alte Flugzeughalle stand dabei symbolisch
für das, was das Festival und das diesjährige Programm auszeichnet, ist sie doch ein Ort des Ankommens, des
kurzen Verweilens und Weiterziehens. Das spiegelte sich auch in der Musik wider. Wie ein herannahendes Flugzeug näherten sich die Musiker des Ensembles Tetra Brass, tauchten hinter, neben und vor den Zuschauer:innen auf und bespielten mit ihren Instrumenten virtuos die gesamte Halle. Die vielfach ausgezeichnete Autorin Nino Haratischwili las aus ihrem Roman ‹Das mangelnde Licht› über das Grauen eines Krieges und dessen Auswirkungen auf Familien und Freundschaften. Dem gegenüber stand an diesem Abend ein Text, der sich mit der Sehnsucht nach Freundschaft und der Sehnsucht nach einer Heimat beschäftigt: ‹Meine Freunde› von Emmanuel Bove, an diesem Abend beeindruckend gelesen von dem Schauspieler Sebastian Ströbel.

Immer wieder spürt das Team von ‹Wege durch das Land› noch unbekannte Orte auf, öffnet Tore, die sonst
verschlossen bleiben und ermöglicht Gästen einen neuen Blick auf ihre Region. Ein solcher Ort war in diesem
Jahr das Rittergut Hornoldendorf. Hier widmete sich das Festival den Umwegen und Abzweigungen die Biografien durchziehen. Dabei rückte eine fast vergessene Autorin in den Mittelpunkt: Dinah Nelken. Die Schauspielerin Nina Kunzendorf las empathisch und eindrucksvoll Nelkens Kurzgeschichten, die sich zwischen Emigration und Krieg, zwischen verschiedenen Gesellschaften und Welten bewegen. Auch Saša Stanišić ist mit Abzweigungen in der eigenen Biografie vertraut. Mit seiner lebhaften Präsentation seines neuen Erzählbandes ‹Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne› hatte er das Publikum schnell für sich eingenommen. Die Musik von Sara Koch und Karla Haltenwanger, die vierhändig am Klavier Stücke von u. a. George Gershwin und Sergeij Rachmaninoff zu Gehör brachten, ergänzten den Abend meisterhaft.

Einen besonderen Kontrast konnte das Publikum in der Produktionshalle der Firma Krampe Möbelteile in
Langenberg erleben. Hier, zwischen auf Paletten gestapeltem Holz, bat ‹Wege durch das Land› zum Tanz. Unter
dem Motto ‹Spiel mir das Lied vom Tango› hat das internationale Ensemble Tango Finlandés mit finnischem Tango überzeugt. Der großartige Dietrich Hollinderbäumer begeisterte mit seiner Lesung aus Arto Paasilinnas Roman ‹Das Jahr des Hasen› und Matthias Matschke erweckte die Kolumnen von Billy Wilder über seine Zeit als Eintänzer in Berlin zum Leben. So überzeugend, dass das Publikum am Ende nicht mehr zu halten war: Es wurde getanzt! Und zwar ganz finnisch…zum Tango.

In Kooperation mit dem Literaturbüro OWL ist das Festival in der Weberei in Gütersloh neue Wege gegangen und hat eine einzigartige Mischung aus Poetry Slam, klassischer Lyrik und Beatboxing auf die Bühne gebracht. Vier junge Poetry Slammer:innen präsentierten ihre Texte zu den Themen Entwurzelung und Liebe und traten in den performativen Dialog mit Lyrik von u. a. Berthold Brecht, Mascha Kaléko, Erich Kästner und Hilde Domin. Beatboxer Mando Beatbox verband mit seiner Performance die zwei Künste nicht nur gekonnt miteinander, sondern animierte das Publikum, es selbst einmal mit dem Beatboxen zu probieren – ein Abend, der Gäste und Künstler:innen einlud, neue Perspektiven einzunehmen und über den Tellerrand hinauszuschauen.

Genre-Grenzen aufbrechen und Konventionen hinterfragen: Die Saison 2024 von ‹Wege durch das Land›
wusste zu überraschen! Da wurde Kafka nicht nur rezitiert und mit Jazzelementen vertont, sondern auch mit
Puppenspielkunst auf die Bühne gebracht. Die Inszenierung ‹Der Hungerkünstler› der Kompanie cie. Freaks &
Fremde feierte auf Gut Holzhausen im Rahmen des Festivals Premiere. Die Lyrik-Session im Schloss Willebadessen brachte Poet:innen verschiedener Generationen zusammen und ermöglichte den Autor:innen ihr Werk mal auf der großen Bühne, mal im Zwiegespräch zu präsentieren – eine eindrucksvolle und intensive Erfahrung sowohl für die Künstler:innen, als auch für das Publikum. Der ‹Pianist aus den Trümmern›, Aeham Ahmad, bewegte sich in der Theologischen Fakultät Paderborn an den Übergängen zwischen jüdischer, christlicher und islamischer Musik und im Kloster Dalheim erwartete die Gäste ein iranischer Abend. Zeitgenössische und klassische persische Poesie kombiniert mit irakischer Lyrik und ein eindrucksvolles Ensemble aus jungen Musiker:innen präsentierten berührend die kulturelle Viefalt des Irans und die Schönheit der persischen Sprache und erinnerten daran, dass der Kampf iranischer Frauen um Gerechtigkeit und Frieden, nicht vergessen werden darf.

Beliebte Schauspielgrößen wie Fritzi Haberlandt, Julia Jentsch, Ulrich Matthes, Samuel Finzi und Maria Schrader begeisterten das Festivalpublikum mit ihren Lesungen und Interpretationen. Schriftsteller:innen, darunter Volker Weidermann, Charlotte Gneuß, Marcel Beyer, Anne Rabe und Frank Goosen, entführten die Zuhörer:innen in ihre literarischen Welten und ließen sie in ihre Geschichten eintauchen. Die Bielefelder Philharmoniker, Runge & Amon, das Boulanger Trio, Marina and the Kats, Lena&Linus und weitere Interpret:innen ergänzten und verbanden die gelesenen Texte gekonnt mit ihrer Musik und rundeten die Programme ab. Von Jazz über Klassik, von Orgelspiel bis Indie-Pop und Swing war das musikalische Programm in diesem Jahr vielfältig wie eindrucksvoll.

2025 feiert das Festival seinen 25. Geburtstag, die Eröffnung findet im Mai im Kreis Höxter statt.

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