Pressemitteilung: Programm 2024

Das Musik- und Literaturfestival ‹Wege durch das Land› begibt sich wieder auf neue Routen durch ganz Ostwestfalen-Lippe. Vom 4. Mai bis 12. Juli 2024 bringt das Festival Musik, Literatur und Menschen an ungewöhnliche Orte. Mit 23 Veranstaltungen im Gepäck macht ‹Wege durch das Land› Station auf Gutshöfen, in Scheunen und Schlössern, unter freiem Himmel oder in Industriehallen. Der Kartenvorverkauf beginnt am Sonntag, 24. März 2024 um 10:00 Uhr.

‹Das Heim ist fort, das Weh, es bleibt›, angelehnt an das vermutlich 1938 verfasste Gedicht ‹Heimweh, wonach?› von Mascha Kaléko, widmet sich das Festival in diesem Jahr den Themen Entwurzelung und Verlust von Heimat. Was bedeutet es für Menschen, ihr Zuhause aufzugeben und in der Fremde eine neue Heimat finden zu müssen? Welche Rolle spielt dabei das Erinnern und auch, das Vergessen? ‹Künstler:innen wir Irmgard Keun, Oskar Maria Graf, Kurt Weill und Maurice Ravel beeinflussen unser Programm maßgeblich›, so Stephan Szász, der das Programm der Saison 2024 zum ersten Mal als Künstlerischer Leiter verantwortet, ‹dem gegenüber stellen wir die Gegenwart und konnten tolle Autor:innen gewinnen, Teil unseres Festivals zu sein. ‹Wege durch das Land› vermag es wie kaum ein anderes Festival, Literatur, Musik und Ort aufeinander reagieren zu lassen. Mit unserem Programm möchten wir den Mut haben, Fragen zu stellen, zu Experimentieren, unsere Gewohnheiten zu hinterfragen und neue Wege aufzeigen›. Zu Gast in dieser Saison sind Schriftsteller:innen wie Volker Kutscher, Saša Stanišić und Anne Rabe. Geschätze Schauspieler:innen, darunter Dietmar Bär, Helene Grass, Maria Schrader, Samuel Finzi und Ulrich Matthes inszenieren Texte, die sich zu entdecken lohnen und solche, die immer wieder neu begeistern. Außergewöhnliche Musiker:innen vervollständigen das Programm mit eigenen Stücken, Interpretationen bekannter Werke und Improvisationen. Mit dabei sind unter anderem die Gambistin Hille Perl, die Band Marina and the Kats, Multiinstrumentalist Ekki Busch und das Duo Runge & Ammon. Highlights wie eine Puppenspiel-Inszenierung oder die Nacherzählung bekannter Werke eröffnen neue Zugänge zur Literatur und begeistern auch Menschen, die bisher vor Literaturklassikern zurückschrecken.

Eröffnet wird die Saison am 4. Mai im Hangar 21 in Detmold. Die alte Flugzeugehalle steht dabei symbolisch für das, was das Festival auszeichnet: Einen Ort des Ankommens, des kurzen Verweilens und Weiterziehens. Hier wird Nino Haratischwili aus ihrem aktuellen Roman ‹Das mangelnde Licht› lesen. Ein Buch über Verrat und Freundschaft, über das Gepäck, das man bei sich trägt, wenn man seine Heimat verlassen muss und über die Langzeitfolgen von Kriegen. Dem schließt sich auch der zweite Text an. Der Schauspieler Sebastian Ströbel liest Emmanuel Boves ‹Meine Freunde›. Das Ensemble Tetra Brass passt ihre Musik auf einzigartige Weise immer auch dem jeweiligen Raum an und versetzt das Publikum an diesem Abend gekonnt in die richtige Atmosphäre.
Mit der ‹Rede an die Sprache›, beauftragt das Festival Autor:innen, über ihren persönlichen Weg zur Sprache zu berichten. In diesem Jahr wird sich der vielfach ausgezeichnete Schrifsteller Frank Witzel ihrer annehmen. In ‹Von den Rändern der Sprache› beschäftigt er sich nicht nur mit der Herkunft von Sprache, sondern auch mit Sprachlosigkeit. Etwas, das auch die ungarische Autorin Ágota Kristóf bewegte, die als Exilautorin in einer ihr fremden Sprache schrieb. Die Schauspielerin Anna Schudt präsentiert Kristófs Text am 9. Mai auf Schloss Wendlinghausen, umrahmt von der eindrucksvollen Musik des Boulanger Trios.
Im Kloster Dalheim erwartet die Gäste am 25. Mai ein außergewöhnliches Programm. Im Schatten der iranischen Diktatur schrieb die Autorin Atefe Asadi Texte, die eben davon handeln: dem Leben im heutigen Iran. Exklusiv für ‹Wege durch das Land›, liest sie aus noch nicht veröffentlichten Gedichten. Die Schauspielerin Meriam Abbas rezitiert die deutsche Übersetzung und ergänzt Lyrik aus ihrer Heimat Irak. Cymin Samawatie, iranische Sängerin und Pianistin antwortet gemeinsam mit ihrem Ensemble mit einem Set aus zeitgenössicher, persischer Musik und lassen das Publikum mit ihren Arrangements in die unglaubliche kulturelle Vielfalt des Irans eintauchen. Diese außergwöhnliche, großartige Kultur möchte ‹Wege durch das Land› einen Abend lang feiern und so ein Zeichen gegen Gewalt und Unterdrückung setzen.
Der 22. Juni steht ganz unter dem Motto der diesjährigen Saison. ‹Das Heim ist fort, das Weh, es bleibt› beschreibt eine Heimatlosigkeit, wie sie viele Exilautor:innen Anfang des 20. Jahrhunderts in ihren Werken ausdrückten. Mascha Kaléko und Oskar Maria Graf sind zwei Personen, die versucht haben in der Fremde anzukommen, was ihnen unterschiedlich gut gelang. Zudem steht an diesem Abend ein Text im Mittelpunkt, der die Gäste mitten hinein in eine Zeit katapultiert, die geprägt ist von Wandel: ‹Leb Wohl, Berlin›, von Christopher Isherwood. In einer Zeit, in der die Nationalsozialisten nach Macht greifen, verschließen Isherwoods Figuren die Augen vor der drohenden Katastrophe und feiern sich um den Verstand. Die Schauspieler:innen Fritzi Haberlandt und Albrecht Schuch bringen diesen Text, der als Vorlage für das berühmte Musical Cabaret diente, auf die Bühne der Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld. Die Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von Alexander Kalajdzic begleiten die literarische Reise von den 1930ern bis 1950ern musikalisch. Komponisten wie Kurt Weill oder Astor Piazzolla haben ebenfalls mit Heimatlosigkeit und der Flucht ins Exil gekämpft, was sich auch in ihrer Musik widerspiegelt.
Im Gymnasium Leopoldinum in Detmold haben Hunderte von Jugendliche ihr Abitur gefeiert, hinter Ecken getuschelt, heimlich geküsst und über das Leben philosophiert. Ein mehr als passender Ort, um sich einen Abend lang dem ‹Coming-Of-Age› zu widmen. Der Schauspieler Noah Saavedra liest einen Text, der als Klassiker des Genres gilt und bis heute begeistert: J. D. Salingers ‹Der Fänger im Roggen›. Für Salingers 16-jährigen Erzähler sind es drei Tage des Umherirrens, die seine Welt aus den Fugen geraten lässt, für die Protagonistin aus Charlotte Gneuß‘ Debütroman ‹Gittersee› ist es eine Frage: ‹Lust auf ein Abenteuer?› Doch Karin kann nicht, sie muss auf ihre kleine Schwester auf- und sich den Konformitäten in der DDR anpassen. Mit viel Empathie fühlt Gneuß sich in die Seelen junger Menschen ein und versetzt das Publikum in einen ganz besonderen Sommer. Lena&Linus bringen dazu Indie-Pop auf die Bühne. Melancholisch, euphorisch und voller Sehnsucht erzählt ihre Musik vom Überwinden schwerer Zeiten, aber auch von Hoffnung und neuen Anfängen. Karten für die Veranstaltung in der Aula des Leopoldinums gibt es zu einem Preis ab 18 Euro, Schüler*innen, Auszubildende und Studierende können für 15 Euro Karten erwerben.
Fußballbegeisterung fängt oft schon in der Kindheit an: In der cultura in Rietberg dreht sich kurz vor dem Saisonabschluss und dem Finale der Fußball-Europameisterschaft alles um das runde Leder, Literatur und Fangesänge. Frank Goosen, der selbst mit acht Jahren bei einem Stadionbesuch fußballsozialisiert wurde, ist zu Gast und präsentiert seinen Fußballroman ‹Spiel ab!›. Der Musikwissenschaftler Joachim Thalmann entführt das Publikum humorvoll in die Welt von Stücken wie ‹You‘ll never walk alone› und ‹Schalalalala› – was macht Stadiongesänge so imposant, warum sind sie so verbindend? ‹Der Fußball hat mich gerettet›, sagt Ewald Lienen, langjähriger Fußball-Profi, Trainer und Kultfigur. Stephan Szász spricht mit ihm über den Ursprung seiner Fußballbegeisterung, seine Kindheit und entlockt ihm mit etwas Glück seinen liebsten Fußballsong. Zum Abschluss ist das Publikum gefragt: Die Musiker von Sing dela Sing sorgen dafür, dass sich niemand mehr auf den Plätzen halten kann. Mit aktuellen Popsongs und vergessenen Fangesängen stellen sie unter Beweis, was gemeinhin längst bekannt ist: Singen macht glücklich und verbindet.

Details zu den einzelnen Veranstaltungen sind online unter www.wege-durch-das-land.de veröffentlicht. Karten sind ab dem 24. März 2024 im Vorverkauf erhältlich und kosten zwischen 15 und 55 Euro. Studierende, Schüler:innen sowie Auszubildende erhalten ermäßigte Karten für alle Veranstaltungen zu 15 Euro. Zudem bietet das Festival die ‹Soziale Karte› für Menschen mit geringem Einkommen an: Eine solche Karte kostet 5 Euro.

Das diesjährige Programm wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW sowie durch die jährlichen Beiträge der neun Gesellschafter gefördert und durch zahlreiche Stiftungen, Sponsor:innen sowie Spender:innen unterstützt.

Für Fragen, weitere Informationen, Bildmaterial oder die Vermittlung von Interviews mit unseren Künstler:innen stehen Ihnen Lea Beimdiek und Marilena Heyd gerne zur Verfügung.


Start des VVKs und neues Kartensystem

Die Vorbereitungen für die Saison 2024 nehmen Fahrt auf! Merken Sie sich schon einmal den Sonntag, 24. März 2024 vor, denn dann beginnt ab 10:00 Uhr unser diesjähriger Kartenverkauf!

Unter dem Motto ‹Das Heim ist fort, das Weh, es bleibt› widmen wir uns in dieser Saison den Themen Entwurzelung und Verlust von Heimat. Was bedeutet es für Menschen, ihr Zuhause aufzugeben und in der Fremde eine neue Heimat finden zu müssen? Was lässt uns ankommen? Ist es der Ort, sind es die Menschen, oder sind es die Erinnerungen? Wir freuen uns auf 23 tolle, inspirierende Veranstaltungen und hoffen, Sie sind dabei!

Wir empfehlen Ihnen ausdrücklich, Ihre Karten bequem online zu buchen. Unser neuer Vertriebspartner ‹Rausgegangen› macht es Ihnen dabei ganz leicht: Einfach auf www.wege-durch-das-land.de Lieblingsveranstaltung aussuchen, Sitzplatz wählen, E-Mail-Adresse angeben und gewünschte Zahlungsform auswählen (Paypal, Kreditkarte, Sofortüberweisung, Giropay oder SEPA-Lastschrift). Nach Abschluss des Kartenkaufs erhalten Sie Ihre Karten ganz einfach per E-Mail als PDF.   

Wir freuen uns auf eine tolle Saison mit Ihnen! 
Ihr Team von ‹Wege durch das Land›

Pressemitteilung: Wechsel der künstlerischen Leitung

Zum 1. September 2023 bekommt das Literatur- und Musikfestival ‹Wege durch das Land› einen neuen künstlerischen Leiter. Traudl Bünger und Tilman Strasser übergeben ihre Aufgaben an den Schauspieler und Hochschuldozenten Stephan Szász, der zukünftig das Programm des renommierten Festivals verantworten wird.

Seit Herbst 2022 stellten Traudl Bünger und Tilman Strasser die Leitung des Festivals. In der 24. Saison entwickelte das Leitungsduo ein vielseitiges und erfolgreiches Programm – darunter 22 Veranstaltungen mit unterschiedlichen Künstler:innen aus den Sparten Literatur, Musik und Schauspiel. ‹Die vielfältigen Aufgaben als künstlerische Leitung haben uns in der Zeit große Freude bereitet›, sagt Tilman Strasser, ‹wir wurden offen und herzlich aufgenommen. Die große Begeisterung, mit der das Publikum den Veranstaltungen entgegenfiebert und die Bedeutung, die das Festival für die Region und dessen Unterstützer:innen hat, haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht›. ‹Wir hatten eine wunderschöne Saison mit Musik und Literatur, mit Wegen durch das Land und unvergesslichen Begegnungen mit Künstler:innen und Begleiter:innen des Festvials›, ergänzt Traudl Bünger. Leider mussten sie und Tilman Strasser feststellen, dass es schwierig ist, die Arbeit mit ihren weiteren Verpflichtungen, die teils im Vorfeld bestanden, in Einklang zu bringen. ‹Tilman Strasser und ich haben beide unseren Lebensmittelpunkt in Köln. Für den Herbst und das kommende Jahr haben sich unerwartet umfangreiche neue Projekte ergeben, die sich mit dem Engagement für das Festival nicht leicht vereinbaren lassen›, erklärt Traudl Bünger. Im Einvernehmen mit der Geschäftsführerin Sandra Mathews, den Gesellschaftern der gGmbH und dem Team des Festivals haben sich beide nun dazu entschieden, ihre Tätigkeit zu beenden. Tilman Strasser wird für den Rest der Saison die kommissarische Leitung übernehmen. ‹Der Zuspruch unseres wunderbaren Publikums hat uns durch viele großartige Veranstaltungen getragen – und viele liegen noch vor uns, wir freuen uns darauf!›, so Strasser.

Stephan Szász übernimmt ab Herbst die künstlerische Leitung und startet mit den Vorbereitungen und Planungen für die kommende Saison. Er studierte von 1990 bis 1995 an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover Schauspiel. Im Anschluss folgten Engagements u. a. am Schauspiel Köln, dem Schauspielhaus Zürich und dem Nationaltheater Mannheim. Er spielte etliche Hauptrollen und wurde als bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet. Im Jahr 2000 erfolgte sein Filmdebüt in ‹Das Experiment›, das unter anderem den Publikumspreis des Deutschen Filmpreises 2001 gewann. Seitdem war er in unzähligen deutschen und internationalen Filmen und Serien zu sehen, etwa im ‹Tatort›, ‹Polizeiruf 110›, im BBC-Dreiteiler ‹37 Days› und im Kinofilm ‹Albträumer›. Derzeit ist er in einer Hauptrolle als Ermittler Georg König in der ZDF Reihe ‹Katharina Tempel› zu erleben. Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit unterrichtet er seit 2014 Schauspielstudierende an Hochschulen, u. a. an der Ernst Busch Hochschule Berlin. Auch Sandra Mathews und Klaus Schumacher, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der gGmbH, blicken der Zusammenarbeit mit Freude entgegen: ‹Stephan Szász ist ein guter Freund des Festivals und hat uns und das Publikum in den vergangenen Jahren mit seinen Lesungen begeistert. Seine Arbeit darüber hinaus und sein Engagement für kreative Programme beeindrucken uns und wir sind froh, ihn zukünftig an unserer Seite zu wissen›.

Die 25. Saison von ‹Wege durch das Land› wird im Mai 2024 im Kreis Lippe eröffnet.

Bewirb dich jetzt für ein Praktikum!

Hast du Lust auf einen Blick hinter die Kulissen? Möchtest du später im Kulturbereich arbeiten? Dann bewirb dich ab jetzt bei uns für ein Praktikum im Bereich Veranstaltungsmanagement und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit!

Praktikumszeitraum: 01. März bis 31. Juli 2023 (Beginn ab Februar möglich)

Festivalzeitraum: 28. April bis 09. Juli 2023

Hier geht es zur detaillierten Praktikumsausschreibung!

Pressemitteilung: Neues künstlerisches Leitungsteam für ‹Wege durch das Land›

Mit Traudl Bünger und Tilman Strasser hat das Literatur- und Musikfestival ab sofort ein neues Duo an der Spitze. Übernommen haben sie die künstlerische Leitung von Helene Grass und Albrecht Simons von Bockum Dolffs, die im August ihren Abschied vom Festival feierten. Momentan laufen die Planungen für die Saison 2023.

Die Kulturvermittlerin und Autorin Traudl Bünger und der Autor und Kulturkonzepter Tilman Strasser verfügen über langjährige Berufserfahrung sowie ein ausgezeichnetes Netzwerk in der nordrhein-westfälischen und bundesweiten Kulturszene: ‹Neue ‹Wege durch das Land› finden und die bewährten pflegen – wir freuen uns auf ein Festival mit großer Tradition und großer Zukunft! Und auf Ostwestfalen-Lippe mit seinen Wäldern, Fabrikhallen und Wasserschlössern, wo wir ein treues Publikum auch in der kommenden Saison wieder mit Literatur und Musik begeistern möchten.›.

Mit ihnen als künstlerische Leitung sehen die Gesellschafter der gGmbH und Geschäftsführerin Sandra Mathews das Festival für die kommenden fünf Jahre gut aufgestellt: ‹Aufgrund ihrer vielfältigen Erfahrung, ihrer Vernetzung und ihrer Qualifikation sind Traudl Bünger und Tilman Strasser auf hervorragende Weise dazu geeignet, das Festival weiterzuentwickeln. Wir freuen uns auf kreative Einflüsse, gemeinsame Projekte und eine spannende nächste Saison.›

Traudl Bünger, 1975 in Siegburg geboren, studierte Literaturwissenschaften und Mathematik und promovierte ander Universität zu Köln. Nach Stationen in Verlagen konzipiert sie seit 2004 Kulturveranstaltungen, u. a. als Programmleitung des Literatur- und Kulturfestivals lit.Cologne und für Institutionen wie Zeche Zollverein, Zürich liest und das Literaturhaus Frankfurt. Traudl Bünger war Kritikerin im Literaturclub des Schweizer Fernsehens und lehrt und publiziert zu Themen der Kulturvermittlung, der literarischen Öffentlichkeit und Gegenwartsliteratur. Als Dramaturgin und Moderatorin arbeitet sie mit Künstler:innen wie Farin Urlaub, Michel Houellebecq, Alexander Kluge und Corinna Harfouch.

Tilman Strasser, 1984 in München geboren, studierte Germanistik, Musikwissenschaften, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Düsseldorf und Hildesheim. Er schrieb Drehbücher und Konzepte für Film- und Fernsehproduktionsfirmen, arbeitete als Journalist und verantwortete im Literaturhaus Köln den Bereich Kommunikation und Programm. Als Moderator sprach er im Rahmen unterschiedlicher Literaturfestivals mit zahlreichen Autor:innen, darunter Margarete Stokowski, Hugo Egon Balder, Mithu Sanyal und Clemens Setz. Er lehrte an der Universität zu Köln sowie an der Kunsthochschule für Medien und initiierte eine Vielzahl von Literaturformaten im Raum Köln und die Lesereihe zwischen/miete nrw, die er seit 2015 betreibt.

Für Interviews stehen Traudl Bünger und Tilman Strasser gerne zur Verfügung. Für Anfragen und weitere Informationen melden Sie sich gerne bei Lea Beimdiek beimdiek@wddl.de oder telefonisch unter 05231 3080215.

Pressemitteilung: Saisonrückblick 2022: Unendlicher Spaß und dankbarer Abschluss

Mit einem großen Abschlusswochenende hat das Literatur- und Musikfestival ‹Wege durch das Land› auf Gut Holzhausen in Nieheim seine diesjährige Saison gefeiert. An gleich vier aufeinanderfolgenden Tagen waren zahlreiche Künstlerinnen und Künstler zu Gast, die das Festival in den letzten Jahren geprägt haben – darunter Carolin Widmann, Jochen Distelmeyer, Dietrich Hollinderbäumer, Ulrich Noethen, Meike Droste und Bibiana Beglau. Der Abschluss der diesjährigen Saison ist gleichzeitig ein Abschied von der künstlerischen Leiterin Helene Grass und dem leitenden Dramaturgen Albrecht Simons von Bockum Dolffs. Für ihren unermüdlichen Einsatz für das Festival und all die wunderbaren Veranstaltungen bedanken sich die Gesellschafter der gGmbH und die Geschäftsführerin Sandra Mathews: ‹Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit – für die scheinbar unerschöpflicher Quelle an Ideen. Wir alle durften durch sie so viele wundervolle Veranstaltungen begleiten und miterleben. Wir wünschen den beiden viel Erfolg bei ihren neuen Projekten und hoffen, sie werden die Zeit bei uns in guter Erinnerung behalten und uns oft besuchen.›. Sechs Jahre lang prägte das Leitungsduo das Festival und entwickelte es weiter. Helene Grass und Albrecht Simons von Bockum Dolffs blicken selbst mit vielen Erinnerungen auf ihre Arbeit zurück: ‹Das Schönste an unserer Zeit bei ‹Wege durch das Land› waren für uns die vielen verschiedenen Begegnungen: mit den Künstlerinnen und Künstlern, die bei uns zu Gast waren, mit den besonderen Orten, die wir in OWL entdecken konnten und mit dem Publikum, das dem Festival stets die Treue gehalten hat. Dieses Begegnungen haben auch das ‹Friends in Residence›-Wochenende geprägt und für uns zu einem ganz besonderen Ereignis gemacht›.

Nach den corona-bedingten Einschränkungen in den beiden vorhergehenden Jahren konnte das Festival 2022 wieder in voller Stärke gefeiert werden. Vom 14. Mai bis zum 31. Juli wurden insgesamt 28 Veranstaltungen in ganz Ostwestfalen-Lippe durchgeführt. Rund 6.300 Besucherinnen und Besucher nahmen an den vielfältigen Programmen teil. 130 Künstlerinnen und Künstler aus über 22 Nationen folgten der Einladung des Festivals, darunter erfolgreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Eva Menasse, Bernd Brunner oder Alina Bronsky, bekannte Schauspielgrößen wie Bjarne Mädel, Claudia Michelsen oder Walter Sittler sowie hochkarätige Musikerinnen und Musiker aller Stilrichtungen wie Dorothee Oberlinger, Günther Baby Sommer, das Orchester im Treppenhaus oder der Singer-Songwriter Betterov.

Neben Veranstaltungen auf den Stammsitzen wie Schloss Wendlinghausen und Schloss Wehrden zeichnete sich das Festival auch in diesem Jahr wieder durch kreative und innovative Veranstaltungsformate aus. Besucherinnen und Besucher wanderten vorbei an Buchenwäldern und Wiesentälern durch das lippische Bergland, feierten einen Tag lang auf dem Rittergut Haddenhausen die europäische Lyrik, verbrachten eine lange Nacht unter dem Sternenhimmel mit Shakespeare auf Gut Holthausen oder fuhren ein, in die dunkle Welt unter Tage ins Besucher-Bergwerk und Museum Kleinenbremen. Auch neue Orte erschloss sich ‹Wege durch das Land›, darunter die Logistikhalle des Blomberger Unternehmens SynFlex Elektro, das AlarmTheater Bielefeld oder die Christuskirche Obernbeck. Weitere Highlights waren die Lesung von Dietmar Bär zwischen Oldtimern in der Aufstellhalle des Paderborner Busunternehmens Pader-Sprinter oder ein Veranstaltung zum Thema Tennis mit den Schauspielern Bjarne Mädel und Tom Schilling auf dem Center Court der OWL Arena in Halle (Westfalen). Der Dreiklang aus Sprache, Musik und Architektur zeigte sich auch in diesem Jahr wieder in den Auftragsarbeiten ‹Rede an die Sprache› von Katharina Hacker, ‹Rede an die Musik› von Elke Heidenreich und ‹Rede an die Architektur› von José Gutierrez Marquez. Insgesamt wurden sieben Eigenpublikationen
in Auftrag gegeben und zwei Auftragskompositionen uraufgeführt.

Ab September übernimmt ein neues Leitungsduo die Konzeption des Festivals: Traudl Bünger und Tilman Strasser verantworten zukünftig das inhaltliche Programm und übernehmen die künstlerische Leitung von ihren Vorgängern Helene Grass und Albrecht Simons von Bockum Dolffs. Die 24. Saison von ‹Wege durch das Land› startet im Mai 2023 im Kreis Paderborn.