Wege durch das Land
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Frauen und Fiktion

Gut Holzhausen
09. September 2021, 19:00 Uhr

‹Ich sagte Ihnen, dass Shakespeare eine Schwester hatte; aber suchen Sie nicht nach ihr … sie lebt in Ihnen und in mir und in vielen anderen Frauen, die heute nicht hier sind, weil sie Geschirr spülen und Kinder ins Bett bringen … und wenn jede von uns fünfhundert Pfund im Jahr hat und ein Zimmer für sich allein; wenn wir an die Freiheit gewöhnt sind und an den Mut, genau das zu schreiben, was wir denken; … dann wird die tote Dichterin, die Shakespeares Schwester war, den Körper annehmen, den sie so oft abgelegt hat.›

Virginia Woolfs Essay ‹Ein Zimmer für sich allein› gehört zu den einflussreichsten Texten der Frauenbewegung und geht der Frage nach, warum es bis zum 20. Jahrhundert so wenig bekannte Schriftstellerinnen gab. Woolfs Antwort: Alles, was fehlt, sind fünfhundert Pfund im Jahr und ein eigenes Zimmer. Die männlich geprägte Gesellschaft hatte sich im Laufe der Zeit so eingerichtet, dass Frauen nicht eigenständig sein konnten und keinen privaten Raum zur Verfügung hatten. Materielle Sicherheit und eine private Umgebung sind denn auch die zentralen Forderungen des Essays aus dem Jahr 1929.

Wie steht es heute, fast 100 Jahre später, mit diesen Forderungen und der Eigenständigkeit der (künstlerisch schaffenden) Frau? Ist die Corona-Krise auch eine Emanzipationskrise, die uns um Jahrzehnte zurückgeworfen hat? Diesen und anderen Fragen geht die Schauspielerin Judith Rosmair in einer literarisch-musikalischen Performance gemeinsam mit der Tänzerin Anna Fingerhuth und der Komponistin und Pianistin Anna Bauer nach. Bauer wird dabei elektronische Sounds mit akustischen Klängen vermischen. Woolfs stilprägender Essay wird mit Texten von Patti Smith, Laurie Penny, Nina Power, Simone de Beauvoir und Susan Sontag konfrontiert und so gemeinsam mit Musik und Tanz zu einer Performance, die die Scheune und den Park um das Schloss bespielen wird.

Zu Beginn des Abends wird die in Moskau geborene Autorin Katerina Poladjan aus ihrem Buch ‹Hier sind Löwen› lesen, das für den Deutschen Buchpreis 2019 nominiert war. Der Roman ist eine ganz andere Liebeserklärung an das Buch und an das Schreiben und erzählt von der Buchrestauratorin Helen, die sich geduldig und neugierig dem Erhalt alter Bücher widmet.

Idee, Konzept und Textfassung für den zweiten Veranstaltungsteil stammen von Judith Rosmair.

Die Künstlerinnen und Künstler

Katerina Poladjan

Katerina Poladjan

Judith Rosmair

Judith Rosmair

Anna Bauer

Anna Bauer

Anna Fingerhuth

Anna Fingerhuth

Ablauf
19:00 Uhr
Lesung

Katerina Poladjan

Hier sind Löwen

ca. 19:45 Uhr
Lesung, Konzert und Tanz

Judith Rosmair

Anna Bauer

Klavier

Anna Fingerhuth

Tanz

Virginia Woolf  Ein Zimmer für sich allein

und weitere Texte, mit elektronischen Sounds und akustischen Klängen

ca. 21:00 Uhr
Ende

Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung – sollte das Wetter es zulassen – unter freiem Himmel
geplant ist. Details teilen wir Ihnen kurz vorher per E-Mail bzw. Post mit.

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